Madeira Wein

Madeira Wein

Der Madeira Wein wird eigentlich nur Madeira genannt. Er ist eine geschützte Marke Hinsichtlich seiner Herkunft (DOP) Diese Gütebezeichnung stammt aus Spanien und Italien und charakterisiert allgemein die beste Qualität eines Weines mit geprüfter Herkunft.

Inhaltsverzeichnis:

Wir kennen das auch aus Frankreich mit der Bezeichnung AOP (Apellation dÒrigine Protegée) oder mit dem Prädikatwein in Deutschland.

Die Insel Madeira liegt im Atlantik und ist knapp 1.000 Kilometer von Portugals Küste entfernt. Madeira wird auch als die Insel des ewigen Frühlings bezeichnet und wird das ganze Jahr über von vielen Touristen besucht. Es herrscht das ganze Jahr über ein mildes, frühlingshaftes Klima.

Kaum ein Madeirabesucher vergisst es, den legendären Madeira Wein wenigstens einmal zu probieren.

Herkunft

Der Madeira Wein stammt ausschließlich aus den Trauben in den Weinbergen der Regionen der Insel, die oftmals auch an den Berghängen zu finden sind. Die Weinberge werden auch heute noch in Handarbeit bewirtschaftet. Auf Madeira gibt es rd. 420 Hektar Weinanbaufläche, von denen viele von Kleinbauern bewirtschaftet werden
Eine mechanische Bewirtschaftung ist wegen der sehr häufigen starken Bodenneigungen an den Hängen nicht möglich.

Die Pflanze selbst ist eine anspruchslose Kletterpflanze, die bis zu 6 Meter hoch werden kann. Die Bewässerung von Pflanzen auf Madeira geschieht durch die Levadas, ein Bewässerungssystem, das seit dem 15. Jahrhundert die gesamte Insel durchzieht. Es gibt rote und weiße Trauben für die Herstellung. Allerdings werden rd. 90 % der Madeira Weine als rote Weine hergestellt; nur ca. 10 & sind demnach weiße Madeiraweine. Die roten Weine werden allerdings durch jahrelange Lagerung immer heller.

Herstellung von Madeira Wein

Beim Madeira Wein kommt ein spezielles Herstellungsverfahren zur Anwendung. Es geht um eine besondere Behandlung mit Wärme sowie um eine Zuführung von Alkohol. Dabei soll diese besondere Herstellung auf einem Zufall beruhen. Anfang des 17. Jahrhunderts haben Seeleute natürlich auch sehr viele Weinfässer in Richtung Indien transportiert. Seltsamerweise hatte sich die Qualität vom Madeira Wein während des Transportes ganz erheblich verbessert.

Die Seefahrer schrieben das dem Umstand zu, dass die monatelange Lagerung im Bug der Schiffe dafür verantwortlich war. In dem Schiffsbug war es erheblich wärmer als in anderen Teilen der Schiffe. Die Wärme war also der Verursacher der Qualitätsverbesserung.

Daraus entstand dann die sogenannte Vinho da Roda, auf der die Weinfässer ausschließlich im viel wärmen Bug der Schiffe gelagert wurden, die Qualität verbesserten und erst dann in Flaschenabgefüllt wurde.

Heute benutzt man die Estufagem -Methode. Der junge frische Madeira Wein wird in auf ca. 50 Grad warmen Behältern aus Edelstahl ca. drei Monate gelagert, ehe er eine etwa dreimonatige Abkühlungsphase durchlebt und so in Ruhe reifen kann. Danach erfolgt dann die Abfüllung in Flaschen.

Die Weine, die mit der Estufagem – Methode hergestellt wurden haben eine Vorgabe hinsichtlich des Datums der Verwendung. Sie dürfen in keinem Fall vor Ende Oktober des zweiten Jahres nach der Ernte abgefüllt und in den Handelskreislauf gebracht werden.

Ein weiteres Merkmal der Herstellung ist das Zufügen von Alkohol, meist Branntwein. Der fertige Wein hat dann noch einen Alkoholanteil von 12 bis 22 Volumenprozent. Der hochprozentige Branntwein bewirkt die Unterbrechung des Gärprozesses. Damit verbleibt ein Restanteil vom Zucker, was den Madeira Wein dann süßer macht. Dieser Vorgang ist ähnlich der Herstellung von Portwein.

Haltbarkeit - Lagerung

Eine Flasche Madeira Wein, die schon geöffnet ist, kann durchaus, und das sogar bei fast gleichbleibender Qualität, 1- 2 Jahre gelagert werden. Das liegt daran, dass der Madeira Wein bereits bei seiner Herstellung oxidiert ist. Die nun wieder verschlossene Flasche sollte aber dunkel und kühl aufbewahrt werden.

Die Lagerfähigkeit des Madeiras ist allgemein sehr hoch. Abgesehen von der ältesten Flasche Madeira Wein aus dem Jahr 1795, der durchaus noch genießbar wäre, kann der Wein tatsächlich sehr lange gelagert werden. Es werden Weine gehandelt, die 5, 10, 15, 20 oder auch 50 bis 100 Jahre alt sind.

Wozu passt Madeira Wein

Da der Wein aufgrund der unterschiedlichen Rebsorten auch sehr unterschiedliche Süßegrade hat, passt er auch zu sehr unterschiedlichen Speisen. So passt ein eher halbtrockener Verdelho perfekt zu diversen kalten Vorspeisen, ein eher süßer Boal zu Käse und ein trockener Sercial am besten zu Fisch oder Fleisch.

Für süße Desserts eignet sich der süße Malvasia besonders gut. Im Prinzip ist das aber alles auch eine Frage des eigenen  Geschmacksempfindens.

Die Rebsorten

Der Madeira wird vornehmlich aus der Rebsorte Tinta Negra Mole (Roter Wein) und aus den Sorten Malvasia, Sercial, Verdelho, Bual und Terrantez (Weißer Wein) hergestellt.

Infolge des speziellen Herstellungsverfahrens entstehen Weintypen, die sich in einer Klassifizierung sowohl nach der Sorte als auch dem Grad der Süße einordnen lassen. Die vorherrschende Rebsorte Tinta Negra Mole ist in der Lage, alle Süßungsgrade zu bilden: klassisch trocken, halbtrocken, süß oder auch halbsüß.

Da Madeira Weine überwiegend sogenannte Blends sind, also Verschnitte, sind sie oft mit einem Hinweis auf das Alter versehen. Wenn bestimmte Sorten aus qualitativ sehr hochwertigen Trauben hergestellt sind, können sie ab einem Alter von 20 Jahren auch in einem Spezialregister erfasst werden.

Madeira Wein - Eigenschaften der Rebsorten

Verdelho halbtrocken

Verdelho ist eine weiße Rebsorte, die nicht so einfach zu kultivieren ist. In Bezug auf den Geschmack hat sie mehr Sercial als Bual an den Geschmacksaromen. Zudem ist der Geschmack eher abgerundet. Süße Elemente wie Zucker oder Honig überwiegen bei den Aromen. Auch an Klaffe, Schokolade oder getrocknete Pflaumen erinnert der Geschmack.

Sercial – trocken

Die ursprüngliche Bezeichnung war das portugiesische Cerceal. Die Engländer haben daraus das Sercial gemacht. Diese Sorte ist eine der späteren, eher im Frühherbst, reifen Sorten. Zudem bevorzugt sie höhere Lagen mit mehr Licht.

Dieser Wein ist als früher oder junger Wein nicht zu empfehlen, da er zu sauer ist. Er braucht daher eine lange Zeit, um zu reifen. Nach mindestens 20 Jahren ist aber fast unschlagbar und überzeugt mit Geschmacksaromen wie Limonen und Orangen. Er ist dann frisch und spritzig.

Malmsey - voll und süß

Auch hier haben die Engländer das ursprüngliche portugiesische Malvasia in den nun englischen Begriff Malmsey verändert. Es handelt sich um eine weiße Rebsorte mit der sehr süßen Variante der Madeiras. Eigentlich war sie mal in Griechenland als eine hei-mische Traubensorte beliebt und bekannt. Malmsey schmeckt nach Schokolade, Vanille und nach Konfitüre.

Bual - halbsüß bis süß

Hier haben natürlich wieder die Engländer ihre Hand im Spiel. Portugiesisch heißt die Sorte Boal.

Als Tafeltraube ist sie außerordentlich bekannt und beliebt. Sie kommt sehr aromatisch daher und erinnert sowohl an angenehme Säure als auch an eine unbeschwerte Süße. Ihre Geschmacksaromen vermehren sich eigentümlicherweise mit längerer Lebensdauer. Wir finden neben einer Kaffeenote auch Aprikosengeschmack, Orangen und sogar karamellartigen Geschmack.

Bastardo

Bastardo gehört zu den roten Sorten. Hier ist die Anlehnung ausnahmsweise mal nicht zum englischen Sprachgebrauch, sondern zum französischen. Dort finden wir mit dem Begriff Trousseau eine Übereinstimmung. Bastardo finden wir zudem im Portwein wieder.

Die Rebsorte benötigt eine perfekte Standortlage zur Sonne. Im Geschmack erinnert sie an Erdbeeren und Kirschen.

Tinta Negra Mole

Diese Rebsorte gilt als nicht so edel aber durchaus vielfältig im Geschmack. Es handelt sich um eine rote Rebe, aus der rd. 50 % aller Weine auf Madeira stammen. Sie vereinigt vier Geschmacksrichtungen und aromatische Ausprägungen, die alle sehr geläufig sind.

Dry -Trocken – Medium Dry – Halbtrocken
Sweet – Süß und Medium Sweet – Halbsüß

Tinta Negra hat die Eigenschaft, Geschmacksrichtungen edlerer Sorten in gewissem Sinne zu imitieren.

Terrantez

Diese Rebsorte wird sowohl als süße, trockene und halbtrockene weiße Traube angebaut. Sie ist nicht mehr so populär wie vor 30 Jahren, da sie in ihrer Erscheinung sowohl trocken als auch süß und halbtrocken daherkommen kann.

Nährwerte Madeira Wein

100 Gramm Madeira Wein enthalten:

Quelle: Genuss-Suche.de

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