Wein ohne Sulfite

Wein ohne Sulfite

Einen Wein ohne Sulfite (Schwefeldioxid – SO2) gibt es nicht. Das liegt daran, dass jede Weintraube auf ganz natürliche Weise geringe Mengen an Sulfiten aufweist. Auch beim Einsatz von Gärhefe bilden sich geringe Mengen von Sulfiten.

Inhaltsverzeichnis:

Da die enthaltenen Sulfite aber insgesamt im Regelfall lediglich weniger als 10 Milligramm pro 1 Liter ausmachen, müssen sie nicht deklariert werden. Erst ab 10 Milligramm/Liter ist das in Deutschland und der EU seit 2005 kennzeichnungspflichtig.

Damit ist klar, dass es keinen Wein gibt, der gänzlich ohne Sulfite auskommt. Wenn man Bio-Weine mit dem Zusatz “ungeschwefelt“ kauft, bedeutet das lediglich, das über die erlaubten 10 Milligramm pro Liter keine weiteren Sulfite zugeführt wurden, also bei weitem kein Wein ohne Sulfite.

Was sind Sulfite?

Sulfite sind die Salze und Ester der Schwefligen Säure H2SO3. Die Salze enthalten als Anion das Sulfition. Sie werden häufig als Konservierungsmittel in Wein, Trockenobst und Kartoffelprodukten eingesetzt. Sulfite treten allerdings auch natürlich in nahezu allen Weinen auf.

Quelle: Wikipedia

Wein ohne Sulfite - Wirkung

Was bewirken nun die Sulfite bzw. das Schwefeldioxid? Bereits seit der Antike, also seit mehr als 2.000 Jahren wird in der Weinherstellung Schwefeldioxid eingesetzt. So, wie heute auch noch, werden damit Weine konserviert und ihre Qualität gesichert.

Schwefel hat eine generelle antioxidative und antimikrobielle Wirkung. Damit verhindern sie, dass der Wein zu Essig und damit ungenießbar wird. Wein ohne Sulfite ist also schon aus diesen Gründen nicht möglich.

In jedem Wein gibt es Schwefeldioxid in einer freien und einer gebundenen Form. Allerdings bewirkt nur das freie Schwefeldioxid den antioxidativen und antimikrobiellen Schutz.

Die Summe der beiden Schwefeldioxidarten insgesamt wird in einer EU Richtlinie näher beschrieben und entsprechend begrenzt. Hierbei spielen allerdings auch Qualität und die Art des Weines sowie der Zuckergehalt eine entscheidende Rolle.

Warnhinweise

Die Warnhinweise über den Zutatengehalt hinsichtlich der Sulfite müssen zwingend auf jedem Etikett der Flaschen stehen. Beispielsweise: Enthält Schwefeldioxid oder enthält Sulfite. Daher kann es also eine Weinbezeichnung: Wein ohne Sulfite nicht geben!

Das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2020 eine Tabelle veröffentlicht, die den Höchstgehalt an Gesamtschwefeldioxid aufgelistet hat.

Tabelle Höchstgehalt an Gesamtschwefeldioxid

Rotwein – Weißwein – Rosé –  Rotling

Jeder Wein enthält natürlicherweise auch SO2 Es wird in geringen Konzentrationen (bis zu 40 mg/l) unter normalen physiologischen Bedingungen von Saccharomyces-Hefen bei der Gärung gebildet. Einen „schwefelfreien Wein“ (Wein ohne Sulfite) gibt es demnach nicht.

Schwefeldioxid in Wein

Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 2020

Sulfite in anderen Lebensmitteln

Neben den Getränken und Genussmitteln Sekt, Wein, Champagner, Punsch und Glüh-wein enthalten noch sehr viele weitere Lebensmittel Sulfite, so wie auch der Wein ohne Sulfite. In den Likörweinen wie Portwein oder Madeira sind natürlich auch Sulfite und sogar alkoholfreier Wein weist sie auf; auch das so geliebte Bier spielt in dieser Liga mit.

So finden wir beispielsweise in Snacks auf Getreidebasis oder aus Kartoffeln etwa 30 bis 50 Milligramm SO2. In Marmeladen/Konfitüren sowie in Frucht-oder Gemüsezubereitung und in Trockenfrüchten sind Sulfite bis zur EU Obergrenze zu finden.

Der Wein ohne Sulfite gilt demgemäß für viele Lebensmittel synonym auch als Lebensmittel ohne Sulfite.

Wein ohne Sulfite - Sulfite im Körper

Unser Körper bildet durch den normalen Abbau von Eiweißen aus täglicher Ernährung jeden Tag auf endogener Basis ca. 2.200 Milligramm SO2.

Bestimmte Enzyme bewirken einen Oxidationsprozess, damit die durch diesen Prozess entstehenden Sulfite ausgeschieden werden. Das ist beim Wein ohne Sulfite nicht anders.

Ein Oxidationsvorgang im menschlichen Körper ist eine chemische Reaktion von Elementen oder einer Verbindung mit Sauerstoff. Vereinfacht kann man sagen, dass Elektronen sich einen anderen Stoff suchen und auf diesen dann übergehen.

Lebensmittel mit Sulfitanteilen

Mit Schwefeldioxid oder Sulfit-Salzen ist zum Beispiel in den folgenden Lebensmitteln zu rechnen. Die Höchstmengen beziehen sich auf den Gehalt an Schwefeldioxid.

• Trockenfrüchte (je nach Fruchtart, maximal 500 bis 2000 mg/kg)
• Meerrettichzubereitungen (maximal 800 mg/kg)
• Krebstiere und Kopffüßler (je nach Produkt, bis max. 300 mg/kg)
• Kartoffeltrockenerzeugnisse (maximal 400 mg/kg)
• Kartoffelteige, z. B. für Klöße (maximal 100 mg/kg)
• Fruchtfüllungen, z. B. bei Backwaren (maximal 100 mg/kg)
• Wein (je nach Art des Weines maximal 150 bis 400 mg/l)
• Fruchtwein (maximal 200 mg/l)
• kandierte Früchte (maximal 100 mg/kg)
• Stärke (maximal 50 mg/kg)
• Tafeltrauben (maximal 10 mg/kg)
• Frische Litschis (im essbaren Anteil maximal 10 mg/kg)

Diese und weitere Zulassungen für verschiedene Lebensmittel sind jeweils mit Höchst-mengen in der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung sowie im europäischen Wein-Recht festgeschrieben.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Immer beliebter wird auch die Behandlung von Obst und Gemüse mit Schwefeldioxid. Hier will man den normalen Dunkelungseffekt durch das Verarbeiten (die Oxidation) vermeiden, anders als bei Wein ohne Sulfite, hier steht die Konservierung im Vordergrund. Viele frische Tomaten und auch Datteln sollen bereits ebenfalls mit CO2 behandelt werden. Auch Nüsse, Öl und Senf werden mit Schwefeldioxid haltbar gemacht!

Wein ohne Sulfite – Kennzeichnungspflicht

Unabhängig von ihrer spezifischen Nutzung müssen bei Verwendung von Sulfitsalzen in Lebensmitteln (ab 10 Milligramm/Liter/Kilogramm) diese deutlich gekennzeichnet werden.

Das hat seinen Grund in einer möglichen Unverträglichkeit oder allergischen Reaktionen und hat deshalb beim Genuss von Wein ohne Sulfite eine Bedeutung.

Bei Verwendung von Schwefeldioxid in Hotellerie und in der Gastronomie erfolgen die Kennzeichnungen auf den Getränkekarten und den Speisekarten.

Nachfolgende Zusatzstoffe sind in der EU zugelassen:

Sorbinsäure E 220
Natriumsulfit E 221
Natriumhydrogensulfit E 222
Natriummetabisulfit E 223
Kaliummetabisulfit E 224
Kalziumsulfit E 226
Kalziumbisulfit E 227
Kaliumbisulfit E 228

Wein ohne Sulfite - Allergien und Unverträglichkeiten

Die gute Nachricht vorweg: Im Prinzip wird Schwefeldioxid von den meisten Menschen sehr gut vertragen. Zu einer Sulfit-Lebensmittelallergie gibt es keine ausreichende Datenlage von klinischen Studien oder ähnliche Untersuchungen.

Bei den Personen, die über Symptome nach Schwefeldioxidaufnahme klagen, handelt es sich überwiegend um Reaktionen der Atemwege.

Auch über starke Unverträglichkeitsreaktionen bei Asthma-Patienten wird berichtet. Im Prinzip sind die Beschwerden aber alle Unverträglichkeiten und keine Allergien.

Nährwertangaben Weißwein

Menge pro 100 Gramm

Nährwertangaben Rotwein

Menge pro 100 Gramm

Quelle der Tabellen: USDA

Quelle: Genuss-Suche.de

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