Rosa Pfeffer ist kein Pfeffer sondern eine Beere

Rosa Pfeffer ist kein Pfeffer sondern eine Beere

Der Rosa Pfeffer stammt vom Brasilianischen Pfefferbaum (schinus terebinthi¬folius raddi) oder vom Peruanischen Pfefferbaum (schinus molle). Beide Bäume tragen Früchte, die unter unterschiedlichen Bezeichnungen als Gewürze existieren. So sind die Bezeichnungen „Rosa Beeren“, „Rosa Pfeffer“ oder  auch Rosé Pfeffer gebräuchlich.

Der Brasilianische Pfefferbaum ist ein immergrüner größerer Strauch mit einem Stammdurchmesser von 30 bis 50 cm. Die maximale Wuchshöhe beträgt etwa 8-10 Meter.

Inhaltsverzeichnis:

Während der Brasilianische Pfefferbaum kleine Früchte in der uns bekannten Größe von Pfefferkörnern trägt, hat der Peruanische Pfefferbaum wesentlich größere Früchte und ist mit einer Wuchshöhe bis zu 18 Metern deutlich größer als sein brasilianischer Kollege.

Das häufigste Vorkommen von Rosa Pfeffer als Gewürz kennen wir in Europa nur als Pfeffermischung mit schwarzen, weißen, grünen und rosanen Pfefferkörnern.

Rosa Pfeffer ist kein Pfeffer

Dabei ist dieser Pfeffer gar kein Pfeffer. Die wie Pfeffer aussehende Schinus Beere ist gar nicht mit dem Pfeffer verwandt. Er gehört botanisch zu den in den Tropen beheimateten Sumachgewächsen (Anacardiaceae). Allerdings ist sein Geschmack etwas ganz besonderes.

Wie schmeckt rosa Pfeffer? - Wie riecht er?

Der rosafarbene Rosa Pfeffer schmeckt sehr mild und aromatisch aber auch herb, holzig und halbwegs nach Wacholder mit einem etwas süßem Beigeschmack. Der Rosa Pfeffer schmeckt nicht nur angenehm, er bietet auch einen unvergleichlichen Duft nach Zitrone, Wacholder, Kiefernadeln und Zedernholz, wenn man ihn langsam mit den Fingern zerreibt.

Die Beigabe zu Pfeffermischungen verdankt der Rosa Pfeffer dem Umstand, dass der echte Rote Pfeffer sehr selten und sehr teuer ist. Im Handel ist Rosa Pfeffer gemahlen und getrocknet erhältlich.

Die Zweige mit den Früchten vom rosanen Pfeffer werden seit langer Zeit gern auch als Weihnachtsschmuck verwendet.Damit erklärt sich dann jedoch auch eine zweite Bezeichnung, nämlich „Weihnachtsbeere“.

Herkunft

Der Brasilianische Pfefferbaum und der Peruanischen Pfefferbaum sind in Mittel- und Südamerika zu Hause. Die Verbreitung reicht heute von Mexiko bis nach Argentinien. Inzwischen sind Peruanische Pfefferbäume auch im Mittelmeerraum beheimatet. Wir finden sie hier besonders auf Kreta. Auch im indischen Ozean auf der französischen Vulkaninsel Réunion ist Rosa Pfeffer außerdem fast schon ein Kult.

In den Jahren 1840 bis 1845 wurde die Pflanze in die USA, und zwar nach Florida importiert. Dort richtet sie seit Jahrzehnten durch seine Überwucherungen, beispielsweise in den Everglades, große Schäden an. Deshalb wird sie zurzeit massiv bekämpft. Sie ist einfach nur unerwünscht. Darum werden neue Anpflanzungen in Florida immerhin schon unter Strafe gestellt.

Der Staat Florida investiert Millionen von Dollar, um die ungeliebten Bäume wieder loszuwerden. Da die Bäume frostempfindlich sind benötigen sie etwa 6 Grad Celsius Mindesttemperatur. Deshalb finden sie in Florida natürlich sehr günstige Daseinsbedingungen.

Rosa Pfeffer

Die Ernte

Die Ernte von Rosa Pfeffer geschieht im Herbst. Dann haben sich die weißen Blütenstände in kleine Beeren verwandelt. Sie entwickeln schließlich gemächlich und beständig aus der ehemals grünen Farbe eine neue Farbe. Sobald sie zum zarten rot gewechselt haben,werden sie geerntet. Danach werden sie dann aber unterschiedlich weiter behandelt.

Während die vollreifen roten Beeren auf den heimischen Märkten angeboten werden, gibt es zwei weitere Verabeitungsvarianten. Häufig werden die reifen Pfefferbeeren gefriergetrocknet, um sie haltbar und rot farberhaltend herzustellen. Dagegen gibt es noch die gänzliche lange Trocknung, bei der die Pfefferbeeren schrumpfen. Sie verlieren zwar die Farbe, aber so sind sie am haltbarsten.

Die Verwendung

Der Rosa Pfeffer kann einerseits im Prinzip wie jeder Pfeffer verwendet werden. Andererseits  sollte man den Pfeffer allerdings ganz oder grob im Mörser zerstoßen. Das sollte aber auch erst kurz vor dem würzen geschehen, da sich sonst das Aroma zu schnell verflüchtigt. Am besten also frisch aus der Pfeffermühle direkt auf die Speisen.

Die rosanen Pfefferbeeren werden jedoch auch gern nur wegen ihres dekorativen Anblicks verwendet. So sind sie ein optisches Highlight für Salate, Vorspeisen und Saucen. Aber auch auf gedünstetem oder gebratenem Fisch und auf Grillfleisch entfalten sie optischen Hochgenuss.

Die Rosa Pfefferbeeren punkten auch als besonderer Kick in Anblick und Geschmack von Desserts, Süßspeisen, sowie auf Kartoffelstampf. Auch auf Kuchen und auf Eis sowie in Smoothies sind die Rosa Pfefferbeeren inzwischen ein Hochgenuss.

Ist Rosa Pfeffer gesund

Früher waren die Pfefferbeeren wesentlich mehr als Heilmittel, denn als Gewürz in Südamerika bekannt. Es wurden Rinde und Blätter des Pfefferbaums, und natürlich auch die Beeren, zur Heilung und zur Linderung genutzt.

Bereits die Indios waren sich den Wirkungen der Pfefferbeeren als Heilmittel bewusst. Bei Erkältungen, Fieber und  Atemwegserkrankungen sowie zur Wundheilung wurden die Beeren eingesetzt.

Heute noch schwören viele Menschen auf die Heilkraft des Rosa Pfeffers. Er wird nach wie vor zur Behandlung von Rheuma, Magenbeschwerden und auch bei Depressionen eingesetzt.

Mehr als 40 verschiedene Wirkstoffe und ätherische Öle wirken nach Angaben der Indios. Seine Wirkstoffe und ätherischen Öle wirken antibakteriell, entzündungshemmend und auch extrem blutdrucksenkend.

Die in den Rosa Pfefferbeeren enthaltenen ätherischen Öle erfordern aber einen besonderen Hinweis. Die Alpha-Phellandren und die Beta-Phellandren können bei äußerst übermäßigem Verzehr leicht toxische Reaktionen hervorrufen, allerdings auch nur dann.

Nicht rosa, sondern rot: Der Rote Pfeffer

Mit Ausnahme des Roten Kampot Pfeffers ist ein echter Roter Pfeffer in der Regel nur in einer Lake in ausgesuchten Feinkostgeschäften zu erhalten. Das liegt daran, dass man den echten Roten Pfeffer infolge seiner Überreife bis zum möglichen Verzehr nicht trocknen kann.

Sterneköche und Kochgourmets allerdings schwören auf die festen und prallen Beeren von vollroter Farbe. Diese vollrote Farbe verdanken sie allein der Salzlake.Im Übrigen ist das doch ein sehr teures Vergnügen; allerdings gibt es eine Alternative, und das ist der Rote Kampot Pfeffer.

Roter Kampot Pfeffer

Der rote Kampot Pfeffer wird in der Provinz Kampot in Kambodscha angebaut. Er ist der bedeutendste und beste Pfeffer der Welt. Als echter Pfeffer gehört er zu der Pflanzenart Piper Nigrum aus der Gattung der echten Pfeffergewächse (Piperaceae). Es ist auch insoweit der einzige rote Pfeffer, der sich vollreif trocknen lässt.

Es werden nur kleine Mengen aus vollreifen Pfefferbeeren in Handarbeit geerntet und hergestellt. Vollreife Beeren sind sehr empfindlich und es bedarf vielem Geschick und äußerster Sorgfalt bei der Pflückung von Hand. 

Man kann sich folglich vorstellen, welchen Aufwand man betreiben muss, um eine akzeptable Menge herzustellen. Das macht den Pfeffer natürlich auch selten und wertvoll. Der Rote Kampot Pfeffer ist nicht nur der beste, sondern zudem auch der wahrscheinlich teuerste Pfeffer der Welt. Für 100 g sind 30 € ein normaler Preis!

Die Pfefferbeeren des Kampot Pfeffers bieten einen nachdrücklichen Schärfegrad. Das bewirkt die Verbindung von vollem Aroma und einer langen und intensiven Reifung. Beim Anbau wird auf Schädlingsbekämpfungsmittel und auf Düngung vollständig verzichtet.

Er ist auch der einzige Pfeffer von erlesener Güte, der in allen Sorten: Schwarz, Rot, Grün und Weiß eine gleichbleibende Qualität aufweist.

Wie alle Roten Pfeffer Sorten hat auch der Kampot Pfeffer zudem einen hohen Zuckergehalt.

Quelle: Genuss-Suche.de

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