Was ist Arganöl und wie wirkt es?

Arganöl

Arganöl ist ein wahres Multitalent und einzigartig in der Palette der Öle, da es sowohl als hochwertiges Nahrungsöl als auch als hochwertiges Pflege- und Kosmetik- Öl verwendet werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Das liegt an der besonderen Art der Inhaltsstoffe, die sich auf einmaliger Weise miteinander kombinieren und sowohl als Gesundheitsvorsorge bei der Ernährung, als auch in der Körperpflege verblüffende Wirkungen zeigt.

Inhaltsstoffe Arganöl

Die bedeutendsten Inhaltsstoffe pro 100 Gramm betragen ca.:

Omega-Fettsäuren

Der Menschliche Organismus ist leider nicht in der Lage, bestimmte essentielle Fettsäuren selbst zu bilden. Daher müssen sie zwingend über die Nahrung zugeführt werden.

Zu diesen essentiellen Fettsäuren gehören die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäuren – Omega 6 Fettsäuren – und die Alpha-Linolensäuren – Omega 3 Fettsäuren.

Das Arganöl ist also der perfekte Lieferant für diese essentiellen Fettsäuren!

Woher stammt das Arganöl?

Das Öl wird von den Früchten des Arganbaumes gewonnen. Dieser Baum wächst ausschließlich im Südwesten von Marokko und ist somit weltweit einzigartig. Die Anbaufläche – die sogenannte Arganeraie ist etwa 8.200 Quadratkilometer groß und seit dem Jahr 1998 als Biosphärenreservat der UNESCO geschützt.

Die Arganbäume werden auch heute noch in alter Tradition gepflegt und genutzt. Damit sichern sie rd. 2,2 Mio. Menschen ein Arbeitseinkommen; auch wenn die Herstellung außerordentlich zeitaufwändig und sehr mühsam ist.

Für die hier wohnenden Berber, die Amazigh, ist es die wirtschaftliche Grundlage für eine der ärmsten Regionen in Nordafrika.

Natürlich wird das Öl traditionell auch für den Eigenbedarf hergestellt. Deshalb ist es einerseits ein historischer Bestandteil der marokkanischen Küche. Andererseits  ist es auch ein besonderer Bestandteil in der Medizin der marokkanischen häuslichen Medizin.

Arganfrüchte

Um einen Liter Arganöl herzustellen, benötigen die Berber ca. 32 Kilogramm Früchte. Diese Früchte können aber nicht geerntet werden, da der Arganbaum sich mittels spitzer und harter Dornen derart schützt, dass man warten muss, bis die Früchte vom Baum fallen. Das geschieht das ganze Jahr über, es gibt also keine eigentliche und definierte Erntezeit. Die heimischen Ziegen klettern allerdings trotz der Dornen in die Bäume und sind Erntehelfer der Berber.

Sie ernähren sich nämlich überwiegend von den Blättern und knabbern das Äußere der Nüsse ab. Der Rest wird dann aufgelesen, und der Kern zu dem kostbaren Arganöl verarbeitet.

Die Ziegen spucken die Kerne der angeknabberten Nüsse wieder aus, da sie nicht gut verdaulich sind. Die dann ausgespuckten Kerne sammeln die Berber wieder auf, rösten sie dann über dem Feuer und dann beginnt auch die Herstellung von Arganöl per Hand. Ca. 10 bis 12 Stunden benötigt man dort vor Ort, um einen einzigen Liter herzustellen.

Jede Frucht, die im Übrigen für Menschen nicht genießbar ist, enthält 2-3 Argannüsse, die heute noch in einer mühsamen Handarbeit mit einem Stein geöffnet werden; dabei dürfen die Kerne nicht beschädigt werden.

Woher stammt das Arganöl?

Herstellung

Wenn dann die Kerne genügend getrocknet sind, werden sie zur Pressung gebracht oder zunächst über einem Feuer geröstet. Danach kommen einfache Steinmühlen zum Einsatz. Mittels ständiger Zugabe von warmem Wasser und viel Knetarbeit wird das Öl aus dem Ölbrei extrahiert.

Etwa 8 Stunden Arbeit ergeben dann einen Liter Öl. Übrigens bewirkt das Rösten der Kerne den dann typischen nussigen Ölgeschmack; ungeröstet ist das Arganöl dagegen nahezu geschmacksneutral.

Nach einigen Wochen, in denen das Öl mehrfach gefiltert werden muss, ist das gelbgold aussehende Arganöl dann endlich fertig.

Wenn die Kerne allerdings direkt kaltgepresst werden, sind weder Geschmack noch Inhaltsstoffe von der unvergleichlichen Qualität der Handarbeit und der Röstung zu erwarten. Deshalb ist beim Einkauf und bei augenscheinlich günstigen Preisen unbedingt auf die Herstellung zu achten!!

Für was ist das Arganöl alles gut?

Arganöl ist auch als Heilmittel bekannt. Die besondere Bedeutung als Heilmittel verdankt das Öl den speziellen Inhaltsstoffen. Von Spinasterol und Schottenol weiß man ziemlich genau, dass diese Stoffe vor Prostatakrebs und Brustkrebs schützen können. Im Zusammenspiel mit Tocopherolen stärken sie sehr effektiv das Immunsystem.

Die marokkanischen Berber nutzen die Heilkräfte des Arganöls seit langem zur Vermeidung von Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Koronar- und Kreislaufbeschwerden. Auch bei einigen doch sehr unangenehmen Hauterkrankungen (Akne, Neurodermitis) und zur Vorbeugung von Sonnenbrand wird dieses Öl genutzt.

Arganöl hilft, den Blutzucker zu regulieren

Eine spanische Studie aus dem Jahr 2012 bewies, dass das Öl der Arganfrüchte einen erhöhten Blutdruck und die Blutfett- und Blutzuckerwerte beeinflussen, ja regulieren kann. Maßgeblich daran beteiligt waren bioaktive Substanzen aus dem nativen Öl. Der hohe Anteil an Sterolen, Linolsäuren, Y-Tocopherol, und Caroninoiden war ebenfalls beteiligt. So kann das Arganöl definitiv auch Diabetes vorbeugen.

In Marokko wird das Öl selbstverständlich täglich in der Küche verwendet. Ähnlich so, wie wir es meistens aus den Mittelmeerländern mit dem Olivenöl kennen. Es ist ein ungemein geschmacksintensives wertvolles Öl und ist unvergleichlich universell verwendbar. Man kann es z.B für Salate, Hauptgerichte, Backwaren, Reisgerichte, wie zum Basmatireis, und sogar Smoothies zu verwenden. Da es einen hohen Rauchpunkt von ca. 260° aufweist, kann es durchaus auch zum Anbraten oder im Backofen verwendet werden.

Wie wendet man das Öl an

Arganöl ist als Haut- und Haarpflegemittel überragend gut geeignet; deshalb wird es auch gern als Kosmetiköl genutzt. Durch die schon im oberen Absatz  schon erwähnte Zusammensetzung wirkt es sehr hautverträglich und zieht bei der Anwendung auf der Haut schnell ein, auch in die tieferen Hautschichten. Hier kommen die wertvollen Inhaltsstoffe ebenso zur Wirkung, als würde man das Öl einnehmen.

Arganöl für die Haare

Bedingt durch den Fettanteil in den Haaren bleibt das menschliche Haar im Prinzip fest und anpassungsfähig. Wettereinflüsse, Hitze durch den Fön und das Färben von Haaren bedingen allerdings oftmals, dass Fett verloren geht.

Arganöl hat nun die tolle Eigenschaft, die verloren gegangenen Fettsubstanzen durch seine Inhaltsstoffe wieder aufzubauen. Es ist also außerordentlich  sinnvoll, für die Haarpflege Produkte, die dieses Öl enthalten, bevorzugt zu verwenden.

Für was ist das Arganöl alles gut?

Geruch

Perfektes und unverfälschtes reines Öl der Arganfrüchte riecht nussig und samt; aber auch nur, wenn es mit einem Gütesiegel versehen ist und in einer dunklen Flasche angeboten wird. Aufgrund des sehr hohen Preises (kann bis zu 100 € für einen Liter ausmachen) wird das Öl leider vielfach einfach verfälscht und gefälscht.

Wer es also kaufen möchte sollte unbedingt auf die Herstellungsart und möglichst auf ein Bio Siegel achten.

Nebenwirkungen von Arganöl

Es gibt einige Studien zu möglichen Nebenwirkungen. Ergebnis: Das Öl hat keinerlei Nebenwirkungen und ist damit sehr gut verträglich. Das gilt auch für den übermäßigen Gebrauch dieses Öles. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass die Arganfrüchte als unverfälschtes reines Naturprodukt weder durch Gifte noch anderweitige Zusätze belastet sind.

Einiges zum Arganbaum

Der Arganbaum gehört zu den ältesten Bäumen auf unserer Erde. Experten sprechen von einem Vorkommen des Arganbaumes schon vor 25 bis 75 Millionen Jahre. Der Arganbaum war in Südeuropa und Nordafrika heimisch; kommt jetzt aber nur noch in einem Gebiet von rd. 8.000 Quadratkilometern in Südwesten von Marokko vor. Der Grund dafür ist nicht bekannt. Der Arganbaum braucht unbedingt ein wüstenähnliches Klima, um wachsen zu können. Trotz zahlreicher Versuche ist nie gelungen, den Baum anderenorts anzusiedeln.

Ein Arganbaum kann eine Höhe von rd. 10 Metern erreichen und kann in der Baumkrone durchaus etwa 20 Meter Durchmesser erreichen. Die Wurzeln des Baumes können auch schon mal 25 bis ca. 30 Meter in der Tiefe nach Mineralien und Wasser ausschwärmen.

Der Baum verträgt hohe Temperaturen

Der Baum verträgt Temperaturen von mehr als 50° Celsius und auch längere Perioden von Trockenheit machen ihm nichts aus.

Der Arganbaum hat ein extrem hartes Holz, weshalb er auch umgangssprachlich der Eisenholzbaum genannt wird. Seine Lebenserwartung beträgt 150 bis 200 Jahre, in Ausnahmefällen auch schon mal 350 bis 400 Jahre.

Ein Arganbaum trägt nach rd. 5 Jahren das erste Mal Früchte und erreicht seine höchste Fruchtbarkeit nach etwa 50 Jahren.

Der Arganbaum ist somit sowohl ein Allrounder als auch ein Unikat; einfach ein toller Baum!

Quelle: Genuss-Suche.de

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