Zartbitterschokolade

Zartbitterschokolade

Zartbitterschokolade gilt bei den Schokoladenliebhabern als besonders edel. Aufgrund des hohen Kakaoanteils besticht sie durch ein intensives Aroma. Diese Schokolade zeichnet sich vor allem durch die dunkle Farbe und den leicht bitteren Geschmack aus.

Bei den milderen Bitterschokoladen unterscheidet man in unter anderem in Feinherb, Edelbitter und Zartbitter. Die zartbittere Variante ist allerdings nach wie vor die Beliebteste, denn sie ist etwas zarter und auch milder als Bitterschokoladen mit einem höheren Kakaoanteil.

Inhaltsverzeichnis:

Wann ist eine Schokolade zartbitter?

Laut Lebensmittelrecht darf eine Schokolade erst dann als zartbitter bezeichnet werden, wenn sie mindestens aus 

– 50% Kakaomasse
– 18% Kakaobutter und
– 14% Kakaotrockenmasse

besteht. Ab 70% Kakaoanteil spricht man von einer Bitterschokolade. Diese kann sogar bis zu 100% Kakaoanteil aufweisen.

Was bedeutet Zartbitterschokolade?

Diese Schokoladenart besteht aus Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaotrockenmasse und dem Zucker. Mithilfe des Conchierens wird die Schokolade veredelt. Das bedeutet, dass die Zutaten miteinander vermengt und nach und nach langsam temperiert werden. Das entzieht der Schokolade die Feuchtigkeit und verflüssigt in der Folge die Schokoladenmasse.

Wird dieser Vermengungsprozess von Zucker und Kakao lange genug durchgeführt, können sich die Aromen vollständig entfalten und das Produkt erreicht eine feine, glatte Konsistenz. Je nach Schokolade dauert das Conchieren etwa 12 bis 48 Stunden.

Der Erfinder der sogenannten Conche war im Übrigen kein geringerer als Rudolphe Lindt höchstpersönlich. Er erfand das Gerät zum Conchieren im Jahr 1879. Damit gelang ihm ein ganz entscheidender Durchbruch in der Schokoladenherstellung. Von nun an konnte man Schokolade herstellen, die weniger porös war und deutlich weniger Bitterstoffe enthielt.

Kakaoanteil

Die Zartbitterschokolade hat einen Kakaoanteil von mindestens 55%, Tendenz steigend. Der Kakaoanteil setzt sich zusammen aus der Kakaomasse, der Kakaotrockenmasse und der Kakaobutter.

Ab 70% Kakaoanteil spricht man heute von einer Bitterschokolade. Es gibt tatsächlich unter anderem sogar Bitterschokoladen mit einem Kakaoanteil von bis zu 100%. Diese Schokoladen enthalten jedoch kaum bis gar keinen Zucker; verständlich, dass Kinder sie eher nicht so lieben.

Die vegane Variante

Die Hauptbestandteile von Zartbitterschokolade sind Kakaomasse, Kakaopulver, Kakaotrockenmasse und der Zucker. Bei Bitterschokoladen bis 100% Kakaoanteil sind außer Kakaomasse und unter Umständen Kakaobutter, keine weiteren Bestandteile enthalten. Daher sind die Zartbitterschokoladen auch meist frei von Milch oder von Milchbestandteilen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, achtet auf das „Vegan Siegel“ oder auch die Anmerkung „Für Veganer geeignet“. Diese sind deutlich sichtbar auf der Verpackung angebracht. Werden in der Zutatenliste Butterreinfett oder Milchpulver genannt, ist das Schokoladenprodukt nicht vegan.

Wichtig für Veganer sind auch die Kennzeichnungen „Kann Spuren von Milch und Milchbestandteilen enthalten“ sowie „Enthält Spuren von Milch und Milchbestandteilen.

„Kann Spuren von Milch und Milchbestandteilen enthalten“ weist den Käufer darauf hin, dass der Hersteller auch nicht vegane Produkte produziert. So kann es beispielsweise passieren, dass eigentlich ganz vegane Produkte versehentlich mit Milch oder Milchbestandteilen verunreinigt werden. Dadurch sind sie natürlich nicht mehr vegan. Das kann beispielsweise durch das Benutzen des gleichen Kessels für verschiedene Produkte passieren.

„Enthält Spuren von Milch und Milchbestandteilen“ ist ein Hinweis darauf, dass dieses Produkt auf keinen Fall vegan ist und definitiv Milch oder deren Bestandteile enthält. Da die Zartbitterschokolade in den meisten Fällen kein Milchpulver beinhaltet, ist sie auch für laktoseintolerante Menschen hervorragend zum Verzehr geeignet.

Dunkle Schokolade Verdauung

Schokolade hat den Ruf, Verstopfungen hervor zu rufen. Doch nicht so die Zartbitterschokolade. Sie hat sogar, in Maßen konsumiert, einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel. Im Kakao sind etwa 10% lösliche Ballaststoffe enthalten. Diese sorgen dafür, dass fast augenblicklich nach dem Genuss ein Sättigungsgefühl einsetzt. Damit ist der Heißhunger erst einmal eine gewisse Zeit eingedämmt.

Doch nicht alle Ballaststoffe lösen sich im Organismus auf. Manche von ihnen gelangen auch „am Stück“ durch den Darm. Das führt zu einer Reinigung des Verdauungstraktes und kann damit auch Verstopfungen und dem Reizdarm-Syndrom vorbeugen.

Selbstverständlich sollte man die Schokolade trotzdem nicht in großen Mengen zu sich nehmen, denn sie enthält viel Fett, was langfristig nicht gesund für den Körper ist.

Ist Zartbitterschokolade gesund?

Man sollte meinen, wenn diese zartbittere Schokolade nur wenig Zucker enthält, ist sie automatisch gesund. Denn sie beinhaltet im Vergleich zur Vollmilchschokolade über 59 Gramm weniger Zucker auf 100 Gramm Schokolade.

Aber Vorsicht, so ganz stimmt das nicht. Die Zartbitterschokolade hat einen sehr hohen Anteil an Kakaobutter und enthält dementsprechend viel Fett. Das bedeutet nun, dass die Zartbitterschokolade eine hohe Anzahl an Kalorien aufweist. Das liegt daran, dass sie zartbittere Schokolade doppelt so viele Proteine enthält wie z.B. die Vollmilchschokolade. Aber auch Koffein enthält eine kleine Tafel dieser Schokolade und zwar mehr als eine Tasse Kaffee und fast so viel wie ein Espresso!

Wie bereits erwähnt ist sie aber gleichzeitig sehr sättigend und kann deshalb Heißhunger vorbeugen. Tatsächlich gibt es aber noch viele weitere Bereiche, auf die sich der Genuss von Zartbitterschokolade positiv auf unseren Körper auswirken kann. Inzwischen gibt es übrigens auch Puffreis Riegel, die mit bestimmten Reissorten aus Zartbitterschokolade hergestellt werden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden unter anderem Schokoladen verkauft, die mit zusätzlichen Wirkstoffen, wie beispielsweise Quecksilber, Eisen und irischem Moos angereichert wurden. Damit wollte man verschiedene  Krankheitsbilder, wie Husten, Blutarmut oder Syphilis lindern. Diese Art von Schokolade konnte man jedoch ausschließlich in Apotheken einkaufen.

"Heilende" Wirkung der Zartbitterschokolade im Überblick

Doch man sagt der Zartbitterschokolade noch viele weitere heilende Kräfte nach: In Verbindung mit ausreichend Bewegung kann so die Gehirnleistung verbessert werden. Außerdem kann man einem Eisenmangel vorbeugen, denn Zartbitterschokolade enthält etwa doppelt so viel Eisen wie der Spinat.

Man weiß inzwischen auch, dass sie ebenfalls die Ausschüttung von Stresshormonen hemmt. Zusätzlich wird der Serotoninspiegel wieder ins Gleichgewicht gebracht, was uns glücklich und fröhlich macht.

Theobromin lindert Hustenkrämpfe

Das im Kakao enthaltene Theobromin kann unter anderem Hustenkrämpfe lindern, denn es wirkt beruhigend auf den Nervus Vagus, der für solche Hustenkrämpfe verantwortlich ist.

Daher eignet sich eine heiße, dunkle Schokolade optimal bei Erkältungskrankheiten. Allerdings sollte man den Kakao mit Wasser oder mit wenig  Milch aufgießen, denn Milch fördert die Schleimproduktion. Aber auch die Nierentätigkeit wird dank des Theobromins angeregt.

Catechin bindet Giftstoffe

Das Catechin, das in Zartbitterschokolade enthalten ist, ist dafür bekannt, Giftstoffe zu binden und kann somit einem Entarten der Zellen vorbeugen. Catechin kann eine wertvolle Prävention gegen Krebs sein.

Flavonole erweitern die Blutgefäße

Die Flavonole, die ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Zartbitterschokolade sind, haben unter anderem eine gefäßerweiternde Wirkung. Das Blut kann bei Arteriosklerose besser fließen und so eine bessere Durchblutung gewährleisten.

Das betrifft selbstverständlich auch die Herzkranzgefäße. Auch sie werden elastischer und besser durchblutet. So gelangt mehr Sauerstoff in den Herzmuskel. Dieser wird zusätzlich durch das im Kakao enthaltene Eisen und Magnesium gestärkt. In Verbindung mit Äpfeln kann die Zartbitterschokolade außerdem auch zur Auflösung von Blutgerinnseln beitragen oder vorbeugen.

Stärkung von Muskeln und Knochen

Das bereits erwähnte Eisen und das Magnesium stärken zudem die Knochen und die Muskeln und regen den so Stoffwechsel an. Des Weiteren sind Zartbitterprodukte aufgrund des fehlenden Milchpulvers für Menschen mit Laktoseintoleranz und auch für vegan lebende Menschen sehr gut geeignet.

Wer zu Thrombosen neigt, darf auch gerne hin und wieder zur Zartbitterschokolade greifen. Diie ungesättigten Fettsäuren senken das schlechte Cholesterin LDL und erhöhen gleichzeitig das gute Cholesterin HDL. Dadurch kann das Thromboserisiko minimiert werden.

Die Frage, ob Zartbitterschokolade nun gesund ist oder nicht, ist daher also nicht so leicht zu beantworten. Zusammenfassend kann man aber sagen: Die Dosis macht das Gift.

Während der Verzehr von Schokolade in großen Mengen durchaus ungesund werden kann, kann er in Maßen deutlich zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen und durchaus dabei helfen, einigen Krankheitsbildern vorzubeugen.

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