Burgunder

Burgunder

Auf der ganzen Welt wird Burgunder Wein getrunken. Mal ist er grau, mal ist er weiß, mal ist er rot; aber er ist immer ein wahrer Genuss. Von seinen vielen Liebhabern wird er auch gern als der König der Weine bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis:

Was macht ihn aus, wo kommt er her, wie lange gibt es ihn schon? Alle diese Fragen beantworten wir hier.

Zunächst einmal zur Begriffsklärung: Burgunder Wein bedeutet zweierlei; entweder meint man damit einen Wein, der aus einer Burgunder Rebsorte hergestellt wurde, oder aber man meint das französische Anbaugebiet Burgund.

Burgund liegt im östlichen Teil Frankreichs und war 930 aus vielen Teilkönigreichen zum Königreich Burgund geworden. Hauptstadt war die für den Senf wohlbekannte Stadt Dijon.

Burgund ist auch tatsächlich der Ursprungsort dieses Weines. Inzwischen werden aber Rebsorten aus Burgund überall auf der Welt angebaut. Der Burgunder ist also kein Unikat aus Frankreich mehr. Übrigens gehört der bekannte und sehr beliebte Chardonnay ebenfalls zu den Rebsorten aus Burgund.

Burgunder - Rot, Weiß, Grau

Der Rote Burgunder, auch Spätburgunder oder Blauburgunder genannt, stammt aus der Rebsorte Pinot Noir. Alle weiteren Rebsorten wie Grauburgunder (Pinot Gris) und Weißburgunder (Pinot Blanc) stammen ursprünglich vom Pinot Noir; es handelt sich um Mutationen und natürliche Veränderungen.

Beim Spätburgunder wird mittlerweile zwischen dem gewohnt klassischen und dem modernen unterschieden. Was den Unterschied genau ausmacht, das erklären wir weiter unten.

Da es einen Spätburgunder gibt, muss es noch einen Frühburgunder geben; den gibt es auch. Er ist eine weitere Mutation und reift in der Tat etwas früher als der Späte.

Dann haben wir noch den Schwarzriesling, der ebenfalls zu den Burgundersorten gehört und den französischen Namen Pinot Meunier trägt.

Als vorläufig letztem in dieser Runde gibt es noch den Saint Laurent; ein ebenfalls roter, der allerdings überwiegend in Deutschland und Österreich angebaut wird.

Burgunder 2

Der rote Burgunder - Herkunft

Es ist nicht ganz klar, woher der Spätburgunder eigentlich kommt. Auf jeden Fall ist die Sorte Traminer entscheidend beteiligt. Allerdings ist bekannt, woher der Name Pinot stammt. Hier wird die optische Ähnlichkeit von Weinreben und Tannenzapfen zu Hilfe genommen. Tannenzapfen lautet auf Französisch pomme de pin.

Diese Namenszuordnung geht auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück; solange gibt es diesen wunderbaren Wein also schon. Seit ca. 1850 wird dieser Wein auch in den USA angebaut. Weitere Anbaugebiete gibt es inzwischen auch in Neuseeland, in Südafrika und in Chile.

In Deutschland werden zurzeit etwa 12.500 Hektar als Anbaufläche für alle Rebsorten genutzt.

Der Spätburgunder - Geschmack - Geruch - Farbe

Alle Spätburgunder Weine zeichnen sich durch einen edlen samtigen Geschmack aus. Das Aroma wird als sehr fruchtig und leicht nussig beschrieben mit einem Hauch von Mandeln und Paranüssen.

Sie erinnern im Geschmack an Beerenfrüchte (Brombeere, Himbeere) und weisen auf Muskat und Nelken hin. Sie duften ganz leicht nach Tanne und ein wenig auch nach Waldbeeren. Die Farbe wird mit leicht rot bis rostig rot beschrieben.

Wird der Wein aus den hochreifen Trauben gewonnen, bezeichnet man ihn auch als den klassischen Burgunder. Das liegt am Geschmack, denn der klassische Geschmack ist eher arm an Gerbstoffen und sehr mild im Geschmack. Demgegenüber ist der Geschmack vom modernen Burgunder etwas intensiver, weil sein Gerbstoffanteil höher ist.

Diese Weine eignen sich ausgezeichnet zu Käse jeglicher Art, zu Rinderbraten, zu Wildgerichten, zu kräftigem Fisch, zu Geflügel sowie zu Reis– und Nudelgerichten. Die Trinktemperatur sollte dabei zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen.

Übrigens gibt es inzwischen auch den alkoholfreien Spätburgunder. Er schneidet bei Vergleichen: Alkoholfreier Wein regelmäßig sehr gut ab, er ist meistens auf den ersten drei Plätzen zu finden.

Der weiße Burgunder - Pinot Blanc

Mit fast 6.000 Hektar Anbaufläche ist Deutschland weltweit führend im Anbau dieser Rebsorte. Weitere bedeutende Anbaugebiete liegen in Italien und natürlich auch in Frankreich.

Der weiße Burgunder kommt mit einem sehr aparten Aroma daher und weist auf eine Vielfalt von Früchten hin, etwa Zitronen, Birnen, Äpfel und ein wenig nach Quitte. Viele Liebhaber schmecken auch Aromen der Nüsse heraus. Wird der Wein in einem Barrique Fass gereift, finden wir rauchige Noten und etwas Vanilleduft.

Kennzeichnend für den Weißen ist seine matte hellgelbe Farbe. Bevorzugt wird er zu Kalb- und Schweinefleisch, zu Wildgerichten und von vielen Gourmets sehr gern zu Geflügel genossen.

Der graue Burgunder - Pinot Gris

Eigentlich ist der graue Burgunder von der Traube her eher eine rote Sorte, denn die Trauben des Grauburgunders sind in der Regel rötlich und ein wenig grau gefärbt. Trotzdem wird dieser Wein zu den Weißweinsorten gezählt.

In Burgund ereignete sich im Mittelalter eine Mutation der Pinot Noir Rebe. Dabei entstand der heutige Grauburgunder, der Pinot Gris. Seltsamerweise war nun diese Mutation im Burgund nie so richtig akzeptiert und es gibt heute nur noch wenige Anbauflächen.

Die gibt es aber mit einer Anbaufläche von etwa 2.000 Hektar noch im Elsass. Dort entsteht ein körperreicher Wein, der auch starke Alkoholanteile besitzt. Es gibt im Elsass vier sehr edle Rebsorten, zu denen der Pinot Gris neben dem Gewürz Traminer, dem Muscat und dem Riesling zählt.

Auch in Italien gibt es den Pinot Gris, dort heißt er aber Pinot Grigio und ist ein sehr beliebter Wein, auch in Deutschland.

Der Pinot Gris ist in Italien eher säurearm, schmeckt fruchtig und ein ganz wenig auch nach Honig. Er duftet nach Nüssen und Mandeln und bietet ein Farbspektrum von einer mattgelben über eine fast goldgelbe bis hin zu bernsteinfarbener Tendenz.

Der Frühburgunder

Als Mutation präsentiert sich der Frühburgunder mit einer dicken roten Schale der Rebsorte Pinot Noir. In Frankreich nennt man ihn auch Pinot Madeleine. Der frühe Burgunder verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er etwa 14 Tage bis drei Wochen früher als der Spätburgunder reif ist.

Trotzdem ist er mit lediglich knapp 300 Hektar Anbaufläche sehr sparsam vertreten. Eigentlich war er fast schon verschwunden, bevor die Hochschule Geisenheim und wenige ambitionierte Züchter Ende der 60er Jahre mittels geschickter Klonauswahl den Erhalt des Frühburgunders gerettet haben.

Die Trauben des Frühburgunders sind etwas kleiner als die des Spätburgunders. Trotz eines etwas weniger Ertrages dieser Rebstöcke bescherten sie eine überraschend hohe Qualität und ein überaus gehaltvolles Aroma. Diese erinnern an Beeren und Früchte, wie Kirschen, Johannisbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren.

Wesentlich veredelt wird dieses Aroma, wenn die Reifung im Holzfass (Barrique) ausgebaut wird. Dann gesellen sich noch rauchige Aromen und Vanillespuren hinzu.

Spezifisch für den Frühburgunder sind auch ein niedriger Säuregehalt und eine sehr typische edle Textur in Verbindung mit einem niedrigen Säuregehalt.

Der Schwarzriesling - Pinot Meunier

Der Vorletzte in unserer Betrachtung von Burgunderweinen ist der Schwarzriesling. Eigentlich hat der Schwarzriesling neben Form, Wuchs und der roten Rebsorte nicht viel mit dem Riesling gemein.

Sie geht ganz auf die Ursprungsform des blauen Spätburgunders zurück. Sie wird auch die Müllerrebe genannt, da die Behaarung der Blattunterseite wie mit einem Mehl bestäubt aussieht. Damit bildet sie eine ungewöhnliche aber durchaus interessante Alternative.

Nach neuesten Erkenntnissen österreichischer Forscher ist der Schwarzriesling die eigentliche Ursprungssorte aller Burgundersorten überhaupt. Sie ist seit mehr als 400 Jahren im Burgund beheimatet und auch nachweisbar.

Die Schwarzrieslingbeeren sind mittelgroß, eher klein und rundlich oval. Ihre Farbe ist nachtblau bis schwarzblau (Schwarzriesling) Im Geschmack ist lieblich und saftig bis fruchtig.

Aufgrund dieser Eigenschaften ist der Schwarzriesling sehr gut für Sekt, Prosecco oder als Aperitif verwendbar. Er passt ausgezeichnet zu Salaten und Nudeln, zu Nachspeisen und zu Vorspeisen. Für den Spätsommer taugt er auch als ein toller Weißherbst, eben fast ein Allrounder.

Der Saint Laurent

Der Letzte im Bunde der Burgunderweine ist der Saint Laurent. Eigentlich wurde der Saint Laurent überwiegend als eine Nebenart der Spätburgunder angesehen. Doch seit längerer Zeit ist ein vollwertiges Mitglied in der Reihe der Burgunderweine.

Immerhin sind zurzeit knapp 1.000 Hektar in Österreich und knapp 700 Hektar in Deutschland im Weinanbau mit Saint Laurent bestockt.

Diese Sorte ist weder eine Mutation noch eine Nebenart der Burgunderfamilie. Sie ist eine völlig eigenständige Sorte. Sie ist als erstes Vorkommen im Elsass dokumentiert. Ihren Namen hat diese Sorte von Laurentiustag (10.August); der Tag, an dem sich die Beeren einzufärben beginnen. Inzwischen wird der Saint Laurent auch weltweit in den bekannten Weinanbaugebieten angebaut.

Die größte wirtschaftliche Bedeutung hat diese Weinsorte in Österreich. Sie ist dort in allen bekannten Anbaugebieten vertreten. Ähnlich wie beim Spätburgunder ist auch diese Sorte kurz vor dem Aussterben gerettet worden.

Ein Winzer aus der Pfalz hat die letzten Rebstöcke gerettet und damit das Überleben und den erneuten Aufschwung dieser wunderbaren Sorte ermöglicht. Inzwischen ist diese Sorte ein überaus beliebter Wein in der Slowakei und in Tschechien geworden.

Der Duft der Saint Laurent Weine wird mit intensiven Aromen beschrieben, die an Waldfrüchte und Kirschen erinnern. Manche Gourmets meinen, auch gewisse Aromen von Schokolade zu erkennen.

Wer im Übrigen davon ausgeht, dass es in Burgund ausschließlich gute Weine gibt, der liegt falsch. Inzwischen sind in dieser traditionellen Weingegend auch viele Bierbrauereien entstanden. Das Bier soll ganz ausgezeichnet schmecken.

Saint Laurent Weine haben eine ganz feine Säure und eine überaus samtige Struktur von Tanninen.

Quelle: Genuss-Suche.de

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