Heidelbeeren, die Superlativen gehen gar nicht aus

Heidelbeeren

Die Heidelbeeren gehören zu den absoluten Super Foods und damit zu vielen tollen Kollegen. So wie z.B. Nüsse, Schokolade, Kaffee, Tomate, Ingwer, Lachs, Himbeeren und Weintrauben. Superfood hat, einfach gesagt, wenig Kalorien. Aber das bei überdurchschnittlich vielen Nährstoffen wie Vitaminen, Proteinen und Antioxidantien.

Die im Handel erhältlichen Heidelbeeren von heute sind fast alle Kulturheidelbeeren. Andererseits haben sie als solche jedoch eine für fruchtbildende Pflanzen ungewöhnlich kurze Entwicklungszeit durchgemacht. Erst ab 1910 begann die Zeit der Kulturbeere. Sie verwies inzwischen dabei allerdings die wilde oder Waldheidelbeere in ein Nischendasein. Dieser Umstand hält immerhin auch heute noch an.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist der Unterschied zwischen Waldheidelbeeren und Kulturheidelbeeren?

Waldheidelbeeren

Die in Europa heimische Waldbeere (oder auch Blaubeere, Bickbeere, Schwarzbeere) trägt den botanischen Namen Vaccinium myrtillus. Sie ist überwiegend in feuchten Waldböden und feuchten, bewaldeten Heideflächen zuhause.

Genau wie die Kulturbeere mit dem botanischen Namen Vaccinium corymbosum, gehört sie aber dennoch zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Sie wächst damit als kleiner Strauch immerhin bis zu einer Höhe von etwa 25 bis 50 Zentimetern.

Sie bildet sehr kleine dunkelblaue oder violettfarbene Früchte. Diese reagieren allerdings leider außerordentlich anfällig auf Druck und Stoß. Die Früchte bilden sich an kurzen Stilen und sind insgesamt nur mühsam zu ernten. Sie sollten auch aufgrund ihrer Druckempfindlichkeit anschließend ziemlich schnell verarbeitet werden.

Kulturheidelbeeren

Die Kulturheidelbeere geht auf den amerikanischen Züchter Frederic Vernon Coville zurück. Mister Vernon Coville beschäftigte sich nämlich mit Forschungen, Kreuzungen und Zuchtversuchen. Folglich stellte er deshalb im Jahre 1910 die ersten Kulturbeeren in Amerika vor. Warum nun gerade der Name auf die Kulturheidelbeeren fiel, ist aber weder bekannt oder nicht überliefert.

Es gibt inzwischen auch keine allgemeine Bezeichnung von Kulturbrombeere, Kulturhimbeere oder Kulturerdbeere. Und das, obwohl alle vorgenannten Früchte inzwischen auch kultiviert wurden. Eine allgemeine Erklärung hierfür ist indes jedoch nicht bekannt.

Vielleicht geschah das, weil er so viele Kulturen anlegen musste, um sie zu züchten. Oder er wollte damit insofern einen Unterschied zu den bereits heimischen Wildheidelbeeren sichtbar machen.

In der Tat gibt es nun einen großen Unterschied zwischen den Früchten der Spezies Waldheidelbeeren und den Wildheidelbeeren. Dieser Unterschied liegt einerseits in dem größeren Strauch und andererseits in  der großen dicken Heidelbeersorte aus Amerika selbst. Nachfolgend werden die Größen erläutert Allerdings bietet indes die Kulturheidelbeersorte nur rd. 10% des Vitamin C-Gehaltes, die eine vergleichbare Beere aus dem Wald aufweist.

Wie groß werden die Heidelbeeren?

Der größte und direkt auffälligste Unterschied besteht allerdings aber in der Größe der Beeren. Diese Größe hat auch mit der Höhe der Pflanze zu tun. Einige Sorten der Kulturheidelbeerpflanzen werden  mehr als 2 Meter hoch. Damit ermöglichen sie folglich natürlich auch eine äußerst effiziente Ernte. Die soweit um ein vielfaches größeren und besser zu pflückenden Beeren machen den Unterschied.

Die Beeren der Waldsorte sind nur etwa 0,3 bis 0,9 Zentimeter im Durchmesser groß. Dagegen bringen es die Kulturversionen auf einen Beerendurchmesser von immerhin 1,2 bis zu 3,5 Zentimetern.

Das Fruchtfleisch der Waldheidelbeersorte ist zudem durchgängig blau. Es hinterlässt dadurch auf der Zunge eine blaue Färbung. Die Kulturheidelbeersorte hat dagegen nur weißes Fruchtfleisch. Sie  hinterlässt demzufolge auch keine Blaufärbung.

Wirkung - Für was sind die Heidelbeeren gesund?

Anthocyane in den Beeren sind dafür verantwortlich, das entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen erfolgen. In den Früchten finden wir daher Proanthocyanidine, die auch aus OPC (Oligomere Proanthocyanidine) bekannt sind. Ihnen werden in diesem Zusammenhang deshalb auch einige lebensverlängernde Eigenschaften zugeschrieben.

Weiterhin sind Anthocyanidine (Astragalin), Flavonoide und Caffeoylsäuren zu finden. Auch einige Fruchtsäuren, Invertzucker, Catechine und deren Gerbstoffe und außerdem auch Pektine sind enthalten.

Die Gerbstoffe und Pektine der getrockneten Heidelbeeren werden ferner als Heilmittel eingesetzt. Sie sollen gegen Durchfall und auch bei Magenproblemen wirksam sein. Außerdem stärken sie zudem viele Antioxidantien, Vitamine und Mineralien. Die Ballaststoffe sind mit fast 5 g pro 100 g Heidelbeeren von allen Beeren in diesem Bereich ganz weit vorn.Aber auch das Immunsystem wird gestärkt und hilft dadurch bei der Gewichtsreduktion.

Zudem liefern sie auch noch weitere Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Folglich stärken sie vor allem das Immunsystem und selbst beim Abnehmen wirken sie noch unterstützend.

Die in den Heidelbeeren enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe enthalten viele Polyphenole. Diese sind schließlich in der Lage, das Zellwachstum von neuen Fettzellen erheblich und wirksam zu reduzieren.

Heidelbeeren

Sind die Heidelbeeren blutdrucksenkend

Durch den Reichtum an Antioxidantien wirken die Heidelbeeren deswegen blutdrucksenkend. Das ist  ähnlich wie bei den Aroniabeeren und auch den Gojibeeren. Mit etwa 400 bis 500 mg Antioxidantien pro 100 Gramm sind sie zudem besonders wirkungsvoll. Dies belegt eine Studie der Florida State University, die inzwischen im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics veröffentlicht wurde.

Nährwerte

Sie enthalten zudem viele wichtige Nährstoffe und nur 35 Kilokalorien auf 100 Gramm.

Vitamine (Auswahl)
Wert pro 100 Gramm:

Mineralstoffe Wert pro 100 Gramm:

Weltweite Herstellung von Heidelbeeren

Etwa 98 % der weltweiten Vermarktung der Heidelbeeren konzentrieren sich auf zehn Länder. Dabei entfallen mehr als 62% auf die USA und Kanada. Im Jahr 2019 (geschätzt auf Zahlen aus 2018) waren das etwa 685.000 Tonnen. Insgesamt. entfielen auf die USA rd. 258.000 Tonnen und auf Kanada etwa 165.000 Tonnen. Deutschland war dagegen immerhin mit ca. 13.000 Tonnen auf der 7. Position vertreten.

Die Konkurrenz

Ähnliche Gesundheitswerte lassen sich auch anderen Früchten zuschreiben. Hier insbesonders nämlich den Himbeeren, Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren. Die Heidelbeeren punkten aber darüber hinaus im Handling, beim Transport und dazu bei der Ernte deutlich vor den Konkurrenten. Übrigens schmecken all Konkurrenten, genau wie die Heidelbeere, sehr gut zu und in Schokolade.

Auch in der sogenannten ORAC Liste steht die Heidelbeere weit vorn.

Was ist die ORAC Liste

ORAC bezeichnet die antioxidative Kraft von Lebensmittel und wurde im Jahre 2005/2006 in den USA erstmals bekannt gemacht. ORAC bedeutet Oxygen Radical Absorption Capacity. Diese Methode sagt aus, wieviel Energie ein Lebensmittel beinhaltet, um damit Freie Radikale, die die Körperzellen schädigen, zu beseitigen

Freie Radikale

Bekanntermaßen sind Freie Radikale Moleküle oder auch Atome. Sie zeichnen sich durch eine ungesättigte Elektronenhülle aus. Da sie darum ungepaarte Elektronen besitzen, versuchen sie, anderen Stoffen Elektronen wegzunehmen.

Damit wären sie anschließend wieder vollständig und könnten ihre Angriffe auf unseren Körper fortsetzen. In unserem Körper sind in der Mehrheit dazu aggressive Sauerstoffverbindungen als Zwischenprodukt der natürlichen Stoffwechselprozesse anzutreffen.

Zu oxidativem Stress im Körper kommt es allerdings zeitweise bei einer Vermehrung der freien Radikalen. Hierfür sind gewisse Schadstoffe verantwortlich. Hierzu gehören starkes Rauchen und seelische und körperliche Belastungen . Aber auch die UV Strahlung und ein fortgeschrittenes Alter machen ebenso einen Teil aus.

Wir benötigen aber nur eine bestimmte Anzahl an freien Radikalen im Körper. Wir benötigen sie, um z.B. das Immunsystem in Gang zu halten. Deswegen ist ein Übermaß an freien Radikalen natürlich sehr schädlich.

Antioxidantien

Hier kommen nun die Antioxidantien ins Spiel. Sie sind die Radikalbeseitiger und werden von uns zu größten Teilen mit der Nahrung aufgenommen. Je größer nun die Befähigung eines Lebensmittels ist, die freien Radikalen zu eliminieren, desto gesünder ist dann auch das Lebensmittel. Damit wird deutlich, dass Lebensmittel mit einem großen Anteil an Antioxidantien daher auch einen hohen ORACWERT besitzen.

Oracwerte bemessen sich nach den Anteilen von Vitaminen (A, C, D) und sekundären Pflanzenstoffen – Carotinoide, Polyphenole.

100 Gramm Heidelbeeren weisen bereits 2.400 ORAC auf. Werden sie getrocknet, erhöht sich dieser Wert folglich schon auf 6.400 ORAC. Bei selbst geernteten Waldheidelbeeren kommen wir jedoch auf sensationelle 9.600 Orac!

ORAC Werte von Lebensmitteln

Der Tagesbedarf an ORAC-einheiten liegt zwischen 5.000 und 7.000 Einheiten

Früchte  –  ORAC-Wert/100 g

Nüsse – ORAC-Wert/100 g

Kräuter und Gewürze – ORAC-Wert/100 g

Getränke-Genussmittel – ORAC-Wert/100 g

Hülsenfrüchte, Reis und Gemüse – ORAC-Wert/100 g

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