Cayenne Pfeffer und Pfeffer - Was ist der Unterschied?

Cayenne Pfeffer

Cayenne Pfeffer ist eigentlich gar kein Pfeffer, sondern ein Gewürz, welches aus sehr fein gemahlenen puren Chilischoten besteht. Die Chilisorte Cayenne (Capsicum annuum var. Acuminatum), die bekanntlich zu den Nachtschattengewächsen zählt, war vermutlich der Namensgeber von diesem Gewürz (Pfeffer)

Unter dem Namen Chili oder auch Chilipulver versteht man hingegen eine oftmals sehr scharfe Mischung aus verschiedensten Gewürzen. Hierzu zählen z.B. Oregano, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer, Knoblauch, Muskat und Zimt. Häufig gehören auch noch Koriander, Gewürznelken, Piment und Kurkuma dazu.

Inhaltsverzeichnis:

Wie scharf ist Cayenne Pfeffer

Cayenne Pfeffer zählt zu den schärfsten derzeit bekannten Gewürzen. Die Schärfe ist etwa 20- bis 25-mal größer als die Schärfe von Paprika. Das bedingt natürlich auch einen vorsichtigen und sorgsamen Umgang mit der Dosierung.

Verantwortlich für die Schärfe im Cayenne Chili sind diebeiden Inhaltsstoffe Dihydrocapsaicin und Capsaicin.  Die Schärfe in Gewürzen wird allgemein in Scoville Einheiten gemessen. Dabei bedeutet z.B der Scoville-Wert von 2.500, dass man 2.500 Milliliter Wasser benötigen würde, um den Schärfegrad eines Millimeters Chili zu egalisieren. Bei einem zu starken Chili Konsum sollte aber niemals Wasser trinken die Lösung sein; dazu im nachfolgenden Abschnitt noch mehr.

Wie soll man Cayenne Pfeffer handhaben

Da das Empfingen von Schärfe allgemein unterschiedlich sein kann, ist auch der Gebrauch von scharfen Gewürzen unterschiedlich. Hinzu tritt in der Regel auch bei häufiger Verwendung eine gewisse Gewöhnung an ein scharfes Gewürz ein.

Verantwortlich für das Empfinden von Schärfe sind Nozizeptoren; Schmerzrezeptoren in der Mundhöhle, die auf diese Schärfe reagieren. Bei einem Gewöhnungsprozess reagieren diese natürlich immer weniger.

Einige Wissenschaftler haben sogar bewiesen, dass sich dieserart schmerzliche Wahrnehmungen mit einer zunehmenden Gewöhnung sogar in Hochstimmungsgefühle verändern können. Das kommt daher, dass durch die Schärfe Endorphine, also Glückshormone ausgeschüttet werden.

Ist durch den Überschwang der Gefühle einmal mehr zu viel Cayenne Pfeffer konsumiert worden, stellt sich meist ein unangenehmes Brennen im Rachenraum ein. Hier sollte dann aber keinesfalls zur Linderung Wasser getrunken werden, da das Wasser diesen Zustand noch zuspitzt. Hier helfen dann nur Milchprodukte oder ganz schlicht eine Scheibe trockenes Brot.

Übrigens kann Cayenne Pfeffer durchaus unbedenklich zum Braten und Kochen verwendet werden, da sein Geschmack beim Kochen oder Braten nicht verloren geht.

Herkunft

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Cayenne Pfeffer einige tausend Jahre alt ist. Einige Fundstätten in peruanischen Gräbern belegen Experimente mit den Chilischoten, die schon ungefähr 7.500 Jahre vor Christus stattgefunden haben müssen.

Im Zuge der spanischen und portugiesischen Kolonialzeit wurden auch die Gebräuche und Pflanzen von den Europäern aus Südamerika kennen- und schätzen gelernt. Sie gebrauchten die getrockneten und gemahlenen Schoten als Pfefferersatz zum Verfeinern ihrer Speisen und gaben die scharfen roten Früchte den Namen Pimienta.

In Asien wurde der Cayenne Pfeffer durch die ostindischen Siedlungen der Portugiesen sehr schnell bekannt  und beliebt. Das nutzen dann auch die Engländer über ihre eigenen indischen Kolonien.

Mehr als in Südamerika und Europa ist der Cayenne Pfeffer heute ein fester Bestandteil der exotischen Gerichte in, Thailand, Indien und Indonesien. Allein in Currypulvern steckt sehr viel von den Bestandteilen des Chilipulvers.

Cayenne Pfeffer Pflanze

Die Cayenne Pflanze

Capsicum annuum var. Acuminatum, so ist der lateinische Name des kleinen, etwa 60 cm bis 1 Meter hohen Strauches. Die Blätter des Strauches können sowohl oval als auch rund und spitz vorkommen. Auch im Aussehen variieren sie stark. Von grün über rot bis hin zu orangefarben ist die Blättervielfalt vertreten.

Bei den Schoten verhält es sich im Aussehen sehr ähnlich; von oval über rund bis hin zu spitzen länglichen Schoten ist alles vertreten.

Die Früchte sind ebenso variantenreich wie die Blätter. Neben kleinen und großen spitzen länglichen Schoten gibt es kleine runde und solche von fast Apfelgröße. Die Farbskala reicht von einem leuchtenden Rot über Orange bis Gelb.

Für den gewerbsmäßigen Anbau sind inzwischen sehr große Flächen obligatorisch. Die Cayenne Chilischoten werden auch heute noch von Hand geerntet. Da die Schoten bei Erreichen des Reifegrades nicht vom Strauch fallen, werden sie, nachdem sie am Strauch getrocknet sind, von Hand abgeerntet. Je nach der gewünschten Verwendung werden sie, ob noch grün oder bereits getrocknet, geerntet.

Obwohl die bedeutendsten Erzeugerländer in Asien, und Mexico zu finden sind, gibt es bereits Hersteller in Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Türkei und sogar in Bulgarien und Ungarn.

Cayenne Pfeffer passt zu vielen Speisen und Gerichten

Der Pfeffer harmoniert mit sehr vielen Gerichten und vollendet sie geradezu in Geschmacksexplosionen. Lamm, Huhn, Wildgerichte und Geflügel passen ideal zum Cayenne Pfeffer, aber Reisgerichte und Eierspeisen erfahren eine besondere Geschmacksvariante.

Auch Fisch und Meeresfrüchte werden zunehmend mit Cayenne Pfeffer gewürzt. Das allerneueste sind aber die Varianten mit Süßspeisen und Desserts. Hier finden wir Cayenne bereits auf Eis, auf und in Schokolade sowie in Kaffee und Kakao. Auch bei manchem Smoothie darf der Pfeffer nicht fehlen.

Cayenne Pfeffer und seine Wirkung in der Medizin

Nichts in der Natur geschieht eigentlich ohne Grund. Deshalb hat die Natur wahrscheinlich die Chilischoten mit dem Wirkstoff Capsaicin versorgt. Die besondere Schärfe von Capsaicin ist wohl die Waffe der Natur gegen pflanzliche Fressfeinde. Vertreiben mittels Schmerzen ist die Devise.

Hier setzt die heutige medizinische Wissenschaft an, um auch dem menschlichen Organismus über dieses Prinzip zu helfen.

Capsaicine sprechen natürlich auch die menschlichen Schmerzrezeptoren an. Auch die Wärmerezeptoren der menschlichen Haut werden angeregt und behandlungsbedürftige Partien werden wesentlich besser durchblutet. Aber auch die menschlichen Botenstoffe, die den Schmerz auslösen, werden in ihrer Wirkung gehemmt.

Wirkstoff Capsaicin

Daher gibt es inzwischen zahlreiche Salben und Cremes, die den Wirkstoff Capsaicin beinhalten. Die  eingeschränkte Beweglichkeit wird wieder eher möglich. Auch mittels Wärmepflastern hilft Capsaicin bei Neuralgien, bei Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen sowie bei Ischias Schmerzen.

Darüber hinaus wirkt Capsaicin auch gegen den Befall bestimmter Pilze. Pilzbefall bei Fuß- und Fingernägel sind ansteckend und schwer zu bekämpfen. Capsaicin ist auch hier als ein Bestandteil von Medikamenten ein sehr wirksamer Helfer.

Capsaicin erhöht die Erzeugung des Schleimes der die Magenwände vor der aggressiven Magensäure schützt; zudem regt Capsaicin die Verdauung an und fördert den Stoffwechsel.

Cayenne Pfeffer zum Abnehmen

Aus vorgenanntem Grund sollte jeder, der über Diät oder anderweitige Gewichtsreduzierung nachdenkt, einfach seine Mahlzeiten öfter mal mit Cayenne Pfeffer würzen.

Cayenne Pfeffer führt zu verstärkter Verbrennung von Kalorien und der Wunsch nach Süßigkeiten oder Zucker lässt rapide nach. Zahlreiche Forschungen zu diesem „Wundermittel“ laufen noch, aber es lässt sich schon jetzt sagen, dass Capsaicin sehr wahrscheinlich auch bei Bluthochdruck und bei Bekämpfung von Migräne wirksam sein kann.

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