Giersch - Superfood?

Giersch

Denkt man an Superfood, dann denkt man an Tomaten, Heidelbeeren, Rotwein oder an Lachs, dunkle Schokolade oder Ingwer und Nüsse. Niemand würde an ein fast unbekanntes Kräutergewächs namens Giersch denken, was unscheinbar am Waldrand wächst.

Inhaltsverzeichnis:

Die Gierschpflanze kommt auf über 50 volkstümliche Bezeichnungen, wie etwa Wilde Angelika, Franzosenkraut, Bodenholunder, Knopfkraut, Wasserkraut oder Ziegenkraut.

Lange Zeit galt die Pflanze als lästiges Unkraut und wurde in heimischen Gärten massiv bekämpft oder ausgerottet. Welch eine Fehleinschätzung, wie wir nachstehend noch sehen werden. Der Giersch hat 6 Eigenschaften, die kein anderes Superfood auch nur annähernd aufweist. (siehe auch Absatz: Die 6 einmaligen Eigenschaften.)

Die Pflanze

Das Gewächs gehört zur Familie der Doldenblütler und blüht von Mai bis etwa Mitte September. Es bevorzugt einen halbschattigen Standort, liebt feuchte Böden und ist in nährstoffreichen und stickstoffreichen Böden zu finden.

Wildwachsend finden wir diese Pflanze in Gebüschen, an Waldrändern und auch in Wäldern. Der Pflanze gefällt es in der pflanzlichen Gemeinschaft und Nachbarschaft von Brennnesseln und der Knoblauchsrauke.

Giersch Pflanze

Die Blütenstände sind der wilden Möhre ähnlich. Die Farbe der Blüten ist weiß bis rötlich/weiß. Seine Blätter wachsen ständig das ganze Jahr über.

Der Giersch ist ein selten hartnäckiger Zeitgenosse. Wenn er einmal sesshaft geworden ist, lässt er sich nur sehr schwer vertreiben. Ausbuddeln oder Umgraben führen nicht zum Erfolg. Es hilft nur, ihn regelmäßig und sehr gewissenhaft zu jäten.

Das Jäten muss zwingend beginnen, wenn sich die ersten Blätter entwickelt haben. Wenn er sich erst einmal ausgebreitet hat, hat man in der Regel schon verloren.

Das verzweigte Wurzelwerk muss vollständig entfernt werden, sonst hat man keine Chance. Es dürfen keinesfalls Restwurzeln im Boden verbleiben, sonst geht alles wieder vorne los. Jedes kleine Wurzelstück kann eine erneute explosionsartige Vermehrung auslösen.

Herkunft

Als geschätztes Wildgemüse wurde die Gierschpflanze schon in der Steinzeit zu gesunden Mahlzeiten verarbeitet. Im Mittelalter war das Gemüse bei den römischen Soldaten eine beliebte Stärkung.

Auch die über viele Monate anhaltende Verfügbarkeit dieses köstlichen Gemüses bei nur geringem Anspruch an Pflege oder Licht- und Flüssigkeitsversorgung ist beispiel-los. Das bewirkte bei vielen hungernden Menschen zu Zeiten der beiden Weltkriege dennoch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C.

Der Doldenblütler kommt ursprünglich aus Südamerika. Heute ist er aber in Mitteleuropa und Asien wie selbstverständlich zu Hause. Lange Zeit, und bei vielen Menschen auch heute noch, ist und war die Gierschpflanze das wohl unbeliebteste Kraut im hei-mischen Garten; und das völlig zu Unrecht!

Giersch Verwechselungsgefahr - Geruch und Geschmack

Der Giersch ist eigentlich unverwechselbar, wird aber dennoch oftmals mit dem Bärenklau verwechselt. Der Bärenklau ist aber sehr giftig und kann bereits bei leichter Berührung eine Photodermatitis auslösen.

Auch eine Verwechselungsgefahr mit dem ebenfalls giftigen Wasserschierling ist durchaus gegeben.

Beiden giftigen Verwechselungskollegen kann man aber durch den Geruchstest begegnen. Der Giersch riecht unverwechselbar nach Petersilie; das können die beiden dagegen nicht bieten. Der Geschmack erinnert an Karotten, Sellerie und ebenfalls an Petersilie ist aber angenehm säuerlich und mild.

Aufgrund seiner doch auffallenden Blattstruktur ist die Pflanze im Prinzip mühelos zu erkennen. Die Pflanze bildet zackig gegliederte Blätter mit einer mittleren Länge von 15 – 25 Zentimeter aus. Die Pflanzenstängel sind hohl und etwas kantig. Da die Blätter sehr oft in Gruppen zu dritt erscheinen, sind sie schon sehr auffällig.

In der Zahl drei liegt auch ein Hinweis auf den Namen dieser Pflanze. Der botanische Name lautet Aegopodium Podagraria. Die Übersetzung aus diesem griechischen Wort Ziegenfuß. Das dreiblättrige Strauchende weist also auf das Aussehen von Ziegenfüßen hin.

Seit Jahrhunderten wurde Giersch eingesetzt, um Arthrose und Gicht zu bekämpfen. Das lateinische Wort für Gicht ist Podagra. Deshalb wurde diese Pflanze auch neben dem Zipperleinskraut auch Gichtkraut genannt.

Aufzucht und Ernte

Da sich Gierschpflanzen sehr schnell und vor allem auch unkontrolliert vermehren, sollte man sich einen Anbau gut überlegen. Separierte Flächen oder auch große Pflanzenkübel können eine unkontrollierte Verbreitung verhindern.

Die Pflanze entwickelt sowohl Früchte als auch Samen. Es handelt sich um bräunliche kümmelähnliche Samen und Früchte, wie wir sie auch bei Kernen und Nüssen finden.

In einer nährstoffarmen Erde kann die Aussaat zwischen dem Frühjahr und dem beginnenden Herbst erfolgen. Dabei sollte man beachten, dass die Samen nicht zu tief eingesetzt werden, da die Samen leichter keimen, wenn sie viel Licht erhalten.

Das Gesamtbild vom Wuchs ist aufgrund der markanten Blätter, der enormen Wuchs-höhe von bis zu 120 Zentimeter und dem weißen Doldenmeer ein absolutes Highlight in jedem Garten.

Die Ernte erfolgt zwischen März und Oktober. Da ältere Blätter oft etwas bitterer schmecken, sollten die jungen Blätter vordringlich geerntet werden.

Wenn es nicht möglich ist, den Giersch selbst anzupflanzen, ist ein Spaziergang an den Waldrand oder auf Weiden und Wiesen immer ein zuverlässiges Mittel, um den Giersch in „freier Wildbahn“ zu ernten. Das Wildkraut unterscheidet sich zudem nicht wesentlich von selbst angepflanzten Giersch im heimischen Garten oder in entsprechenden Kübeln.

Verwendung

In der Küche hat dieses Gemüse inzwischen seinen verdienten Einzug gehalten. Giersch und Brennnesseln sind das wohl älteste Wildgemüse von einer herausragenden Bedeutung.

Die Bezeichnung Wildkräuter oder Wildgemüse bezieht sich auf essbare Pflanzen, die
Wild in der Natur wachsen. Diese Pflanzen können sowohl gekocht als auch oftmals roh verzehrt werden. Die meisten dieser Pflanzen besitzen äußerst intensive und auch charakteristische Eigenschaften.

Leider fristen sie oft ein unbeachtetes Leben, da sie keine allzu große ökonomische Bedeutung haben. Vielfach werden sie auch als ein vermeintliches Unkraut gar nicht wahrgenommen.

Wildgemüse - Wildkräuter

Zu diesen Kollegen vom Giersch gehören beispielsweise Alpenkratzdistel, Bachbunge Alpenwegerich, Erdmandel, Sauerampfer, Taubnessel, Moosbeere, Hühnerhirse, Vogelmiere, Tellerkraut, Inkarnat-Klee, Knollen-Platterbse, Knollenkümmel, Amarant und viele, viele mehr.

Giersch Wildkraut

Würzpflanze

Giersch gehört als Würzpflanze zu der Fraktion von Möhren, Petersilie, Pastinaken, Dill und Kümmel. Im Bereich der Mineralstoffe übertrifft er sogar um ein Vielfaches den so sehr geschätzten Grünkohl und sein Vitamin C-Gehalt ist rund viermal so hoch wie der von Zitronen.

Er kann wie Spinat zubereitet werden und schmeckt auch ganz ausgezeichnet als Salat. Die angenehm scharfen Samen und die süßen Blüten ergänzen sich ganz einmalig.

Er ist zudem Grundlage für ein etwas anderes Pesto und für Eintöpfe, diverse Saucen und grüne Smoothies und exotische Getränke.

Giersch als Heilkraut

Schon im Mittelalter war der Giersch als Heilkraut bekannt. Da man schon damals so manches Zipperlein hatte, kam das Zipperleinskraut (Giersch) gerade recht.

Er wirkt kräftigen, harntreibend, antibakteriell, entsäuernd, entkrampfend sowie anti-fungizid. Ein Tee aus Giersch schwemmt viele schädliche Stoffe aus dem Körper und wird vorbeugend gegen Blasenentzündungen angewandt.

Gicht und Rheumabeschwerden

Da Giersch sowohl eine harntreibende als auch eine Wirkung gegen Entzündungen hat, hilft er bei Beschwerden von Blasen- und Harnröhrenentzündungen. Zudem hilft seine entwässernde Wirkung überflüssige alte und angelagerte Kristalle aus unserem Körper auszuschwemmen.

All das hilft bei rheumatischen und bei Gichtbeschwerden. Auch die krampflösende Eigenschaft ist bekannt. Ein Gierschbad soll zudem hilfreich sein bei Hämorrhoiden und Krampfadern.

Mineralstoffe und Inhaltsstoffe

Im Giersch finden wir Magnesium, Calcium, Kupfer, Zink, Kalium, Mangan, Karotin, Ei-sen und Kieselsäure.

Außerdem finden wir ätherische Öle, Flavonolglykoside, Phenolcarbonsäuren, Hyperosid und Kaffesäure im Giersch.

Ätherische Öle (auch etherische Öle) sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Alkoholen, Estern, Ketonen oder Terpenen bestehen.

Sie werden synthetisch oder aus natürlichen Quellen durch Wasserdampfdestillation, Extraktion oder Auspressen der Pflanzen oder der Pflanzenteile gewonnen. Ätherische Öle werden häufig in den Blättern von Pflanzen produziert und im Pflanzen-Gewebe gespeichert.

Die Pflanzen locken damit Insekten an oder wehren Schädlinge ab. Im Gegensatz zu fetten Ölen verdunsten ätherische Öle rückstandslos.

Quelle zu „ätherischem Öl“: Wikipedia

Bei der Kaffeesäure handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff. Die Chemiker bezeichnen die Kaffeesäure als Dihydroxyzimtsäure. Diese Art der Säure gehören zu den Phenolsäuren.

Im Kaffee selbst haben freie Kaffeesäuren keinen großen Anteil, haben aber eine entscheidende Bedeutung, da sie antioxidativ wirken. Daran hat die ebenfalls enthaltene Ferulasäure einen großen Anteil.

Was die meisten Menschen nicht wissen: Ferulasäure und Kaffeesäure sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in unserer Nahrung am meisten vorkommen.

Beim Röstvorgang der Kaffeebohnen werden Säuren abgebaut; je länger und damit auch dunkler ein Kaffee ist, desto mehr Säuren werden abgebaut.

Es befinden sich im Endeffekt etwa 20 Mikrogramm Säure in einer Tasse Kaffee.

Insgesamt wirken die vielfältigen Mineralien auf den Körper basisch, entsäuernd und kurbeln den Stoffwechsel an.

Haltbarkeit

Giersch ist als Gemüse natürlich, wie alle Gemüsesorten, frisch zubereitet, am wert-vollsten, weil die vielen Inhaltsstoffe dann noch ungemindert zur Verfügung stehen. Zur erweiterten Haltbarkeit kann Giersch natürlich auch eingefroren oder getrocknet werden, wie wir das vom Fisch ja auch kennen.

Giersch_4

Tee und Gewürz

Der getrocknete Giersch kann als Gewürz und zur Teezubereitung genutzt werden. Für einen gehaltvollen Tee genügen 1-2 Esslöffel getrockneter Substanz in ¼ Liter kochen-dem Wasser. Dann 8-10 Minuten Ziehzeit einhalten und fertig ist ein gesunder und schmackhafter Tee.

Dann 8-10 Minuten Ziehzeit einhalten und fertig ist ein gesunder und schmackhafter Tee mit vielen Mineralien, wie man es auch vom Mate Tee kennt.

Als Gewürz für Suppen, Eintöpfe, Rührei und Kartoffelrösti eignet sich der Giersch ganz vorzüglich. Die getrockneten Blätter entweder im Mixer oder Mörser so klein wie möglich zerstoßen/zerreiben, bis eine streufähige Masse übrigbleibt.

Kurz vor Ende der Garzeit über die zu würzenden Speisen geben; es erwartet den Genießer eine ganz neue Geschmackserfahrung.

Die 6 einmaligen Eigenschaften

Giersch ist ein Gemüse, das:

1. Als Gemüse, Salat, Gewürz und Tee verwendet werden kann

2. Das ganze Jahr frisch zu ernten ist und immer nachwächst

3. Weder Dünger noch Pflege oder sonstige Bearbeitung benötigt

4. Die nicht verwendeten Teile zu Mulch und Kompost verwandelt

5. Gegen Rheuma, Gicht und Erkältungen sehr wirksam ist

6. Ein sehr gesundes Superfood mit vielen Mineralien und Vitaminen ist

Was ist überhaupt Superfood?

Viele Verbraucher wissen gar nicht, dass es den Begriff Superfood schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt. Seine Bedeutung erfährt das Superfood allerdings erst seit neuerer Zeit.

Eine offizielle oder allgemein gültige Definition von Super Food gibt es nicht. Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel deklariert Lebensmittel, insbesondere Gemüse und Obst (z.B. Heidelbeeren), welche aufgrund ihres Nährstoffgehaltes mit einem höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel in Verbindung gebracht werden, als Superfood.

Im Ergebnis sind Superfoods außerordentlich reich an Antioxidanten, Mineralien, Vitaminen, anderen Mikronährstoffen und gesunden Fetten!

Waren es vor einigen Jahren noch die exotischen Lebensmittel aus fernen Ländern, so etablieren sich in der letzten Zeit auch viele unserer heimischen Lebensmittel zu wahren Superfoodgiganten.

Nährwerte für 100 g Giersch

Giersch - Vitamine

Giersch - Mineralstoffe

Wie Giersch bereits bekannte Gerichte bereichern kann, ist nachstehend an 5 Beispielen dargestellt

Klassisches Rührei

Das die Zugabe von Kräutern zum Rührei ein Geschmacksgewinn ist, leuchtet natürlich ein und ist auch nicht neu. Eine Zugabe von 2-3 Esslöffeln gehackten Giersch zaubert eine ganz neue Geschmacksnote in das klassische Rührei. Das funktioniert auch mit 2 Esslöffeln getrocknetem Giersch.

Erbsensuppe

Mit ein bisschen weniger Suppengrün im Grundrezept und dafür einige Gierschblätter mitkochen kreiert man eine neue Erbsensuppe, die ganz oder ein wenig anders schmeckt als sonst. Auch hier kann man den getrockneten Giersch kurz vor Ende des Kochvorgangs hinzufügen.

Lachs im Gierschmantel

Statt des herkömmlichen Spinatmantels verleiht ein ebensolcher Mantel aus dem Gierschkraut dem Gebratenen oder gedünsteten Lachs ein ganz neue Geschmackserfahrung.

Bratkartoffeln

Die klassischen Bratkartoffeln erleben einen supertollen Geschmackswandel, wenn sie mit gehacktem Giersch gebraten werden. Auch hier ist natürlich die getrocknete Variante eine tolle Alternative.

Kartoffelsalat

Einer der beliebtesten Salate in Deutschland ist der Kartoffelsalat. Auch als Speckkartoffelsalat ist er sehr angesehen. Mit dem Unterrühren von getrocknetem Giersch in den noch warmen Kartoffelsalat wird dieser zu einem ganz neuen Geschmack erhoben.

Quelle: Genuss-Suche.de

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