Leinöl - die beste pflanzliche Omega-3-Quelle

Leinöl

Eines der gesündesten und hochwertigsten Speiseöle unserer Zeit wird aus Leinsamen hergestellt. Dem gelben und recht dickflüssigen Öl wird nicht zu Unrecht eine Vielzahl an positiven und gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeschrieben.

Inhaltsverzeichnis:

Geschmack von Leinöl

Geschmacklich ist das Öl jedoch nicht immer jedermanns Sache. Es hat einen sehr nussigen, recht intensiven und teilweise auch recht bitteren Geschmack. Dieser ist kaum mit anderen Ölen vergleichbar und erinnert entfernt an den Geschmack von Heu. Dennoch gibt es viele Liebhaber, die das Öl allein zur Unterstützung einer gesünderen Ernährungsweise für sich entdeckt haben.

Leinöl ist jedoch keine Neuheit, es ist schon seit der Antike bekannt und beliebt. Lein zählte nämlich bereits in der Jungsteinzeit neben Weizen, Gerste, Linsen und Erbsen zu den frühesten Agrarpflanzen. Es ist neben Mohn und Hanf auch eine der drei historischen Ölpflanzen Europas.

Aufgrund seiner Hochwertigkeit und seiner langen Geschichte wurde Lein 2005 auch zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Herkunft und Geschichte

Bereits in der Antike war das aus Leinsamen gewonnene Öl sehr gefragt. Es wurde sogar schon von Hippokrates, dem berühmtesten Arzt dieser Zeit, gegen Durchfall oder Leibweh, empfohlen.

Die ursprüngliche Heimat der Leinpflanze war der Nahe Osten. In Ländern wie Ägypten, Syrien, dem Iran oder der Osttürkei wird der Ursprung vermutet. Da sich der Name augenscheinlich vom griechischen  Wort „linos“  ableitet, kann der Ursprung auch in Griechenland liegen.

Leinöl

Flachs wurde im Altertum vorwiegend im Nahen Osten angebaut. Aktuell wird die Pflanze  aber auch in Europa, in Kanada, in USA, Argentinien, Indien und China in größeren Mengen angebaut. Trotz seiner doch zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften geriet das Leinöl im Laufe der Jahrhunderte aber doch immer mehr in Vergessenheit. Das Leinöl erlebt erst seit Beginn der 1990er Jahre eine wahre Renaissance.

Das berühmteste Gericht mit Leinöl

Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl zählt allerdings heute wieder zu den bekanntesten Gerichten. Auch ein Quark-Leinöl-Kuchen zählt aktuell dazu. Beides ist vor allem bei Vegetariern sehr beliebt, da das Öl in Kombination mit Milchprodukten nämlich besonders gut für den Körper verwertbar ist.

Verwechslungsgefahr besteht prinzipiell mit dem sogenannten Leindotteröl. Dieses wird aber nicht aus den Leinsamen hergestellt, sondern wird aus einer gelbfarbenen Blüte gepresst, die auch gerne auf den Äckern der Leinpflanzen vorkommt. Daher sind Leinöl und Leindotteröl zwei ganz verschiedene Produkte. Sie sind auch in ihren Eigenschaften nicht gut vergleichbar. 

Herstellung

Das „dickflüssige Gold“, wie dieses Öl sprichwörtlich auch genannt wird, wird schon seit mehr als 10.000 Jahren aus den vollreifen Samen des Flaches gewonnen. Grundsätzlich wird das Leinöl als Lebensmittel oder aber für pharmazeutische Zwecke verwendet. Leinöl wird ausschließlich kalt mit Hilfe von speziellen Schneckenpressen gepresst. Warm gepresstes Öl wird in der Regel dagegen nur für technische Zwecke verwendet und ist auch nicht für den Genuss gedacht.

Dekantieren

Zur Herstellung des kalt gepressten Öls wird vollreife Leinsaat unter Einwirkung von geringem Druck durch einen Zylinder gepresst. Während dieses Vorgangs darf die Temperatur des Öls zu keinem Zeitpunkt die 40 °C Marke übersteigen. Liegt die Temperatur höher, darf das Öl nicht mehr als kalt gepresst bezeichnet werden. Bevor das Öl abgefüllt werden kann, müssen allerdings noch alle Stoffe, die freischwebend sind, durch Dekantieren entfernt werden. Erst dann ist das hochwertige Öl insoweit genussfertig.

Da das aus Leinsamen gewonnene Öl sehr schnell zur Oxidation neigt, wurden deshalb seitdem zahlreiche neue Verfahren entwickel. Damit soll die Oxidation des Öls während des Pressvorgangs folglich unterbunden werden. Eine Möglichkeit besteht darin, während des Pressvorgangs Stickstoff oder Kohlendioxid zu verwenden. Dadurch kommt das Pressgut während des ganzen Pressvorgangs nicht mehr soviel mit dem Sauerstoff in Kontakt. Das verhindert dann die unliebsame Oxidation.

Eigenschaften und Wirkung des aus Leinsamen hergestellten Öls

In Bezug auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften nimmt Leinöl unter allen Ölen jedoch eine wahrhaftige Spitzenposition ein. Das kaltgepresste Öl enthält nämlich den größten Anteil der dreifach ungesättigten Alpha-Linolensäure. Je nach Anbaugebiet kann das Öl sogar weit über 50 bis hin zu 70 Prozent dieser wertvollen und von unserem Körper benötigten Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Der Alpha-Linolensäure wurden wissenschaftlich inzwischen bereits zahlreiche positive Wirkungen auf die menschliche Gesundheit nachgewiesen. Sie soll Entzündungen vermeiden und die Blutgerinnung sowie die Erweiterung der Blutgefäße positiv beeinflussen. Sie reguliert auch den Cholesterinspiegel und den Blutdruck sowie den Blutfettspiegel. Damit kann die Alpha-Linolensäure auch bei Thrombosen, Herzinfarkten oder auch Schlaganfällen vorbeugen. Die Gefäße werden insgesamt wirksam gestärkt. Auch bei Depressionen oder bei Angstzuständen kann sie helfen. Durch die Verwendung des aus Leinsamen gewonnenen Öls kann also eine deutliche Besserung vieler Beschwerden festgestellt werden.

Leinöl - Ein überhöhter Leinölkonsum kann ungesund bzw. schädlich sein.

Leinöl - Die Vorbeugung gegen Krebs und Wirkung bei Diabetes

Viele Wissenschaftler schreiben der Omega-3-Fettsäure auch eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs und Diabetes zu. Der Körper kann durch die Aufnahme von Leinöl die Spitzenwerte des Blutzuckers abschwächen. Dazu reguliert der Körper insofern den Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise. Damit kann Leinöl vorbeugend gegen Diabetes wirken. Auch wer schon an Diabetes leidet profitiert, denn durch die Einnahme des Öls kann die benötigte Insulinmenge insoweit erheblich reduziert werden.

Neben den essenziellen Fettsäuren, welche das Öl enthält, sollten aber auch die weiteren Inhaltsstoffe nicht unterschätzt werden. Das aus Leinsamen hergestellte Öl enthält nämlich auch ganz beträchtliche Mengen an den Vitaminen B1, B2, B5, B6, C, D, E, K und Provitamin A. Zudem sind im Öl auch größere Mengen an Lecithin, Cadmium, Folsäure, Nicotinsäure, sowie zahlreiche Spurenelemente und Mineralstoffe enthalten.

Um von den zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften dieses Öls auch profitieren zu können, darf es jedoch auf keinen Fall erhitzt werden.

Ein überhöhter Leinölkonsum kann ungesund bzw. schädlich sein

Ein Grundsatz der für viele Lebensmittel oder Heilpflanzen gilt, betrifft auch den Konsum von Leinöl. Denn auch hier macht  sprichwörtlich die Menge das Gift aus. Ab einer täglichen Dosis von ca. 100g kann das Öl nämlich äußert gesundheitsschädlich sein.

Dies ist jedoch nur ein ca. Richtwert und es können bei manchen Personen auch schon geringere Mengen zu gesundheitsschädlichen Folgen führen. Daher sollten Sie pro Tag maximal 3 Esslöffel des Öls zu sich nehmen. Bei solch einer Dosierung profitieren Sie ausschließlich von den positiven Eigenschaften des Öls und es kommt zu keinerlei Nebenwirkungen.

Tipps für Einkauf und Lagerung

Grundsätzlich sollte man beim Kauf des aus Leinsamen hergestellten Öls auf gewisse Punkte achten. Es sollte immer kaltgepresstes und aus vollreifen Samen des Flachs hergestelltes Öl sein. Zudem sollte man das Öl nie in größeren Mengen kaufen, da es nicht sehr lange haltbar ist. Außerdem wird es recht schnell ranzig und richtig lecker schmeckt es nur frisch.

Durch den hohen Anteil von Alpha-Linolensäure tendiert das Öl zu einer relativ schnellen Oxidation. Beschleunigt wird dieser Prozess durch den Kontakt mit Luft und Licht, wodurch es sehr schnell ranzig und bitter werden kann. Daher empfiehlt es sich, das Öl kühl und dunkel zu lagern.

Der beste Lagerort für Leinöl

Der beste Lagerort für Öle, ob Olivenöl, Arganöl, Rapsöl oder Trüffelöl, ist der Kühlschrank. Dort hält es sich ca. 2-3 Monate frisch, ohne dabei sehr viel an Qualität zu verlieren. Zudem lässt es sich auch tiefgekühlt bei einer Temperatur von -25 °C gut lagern und bleibt für ca. ein halbes Jahr frisch. Sobald das Öl jedoch anfängt leicht ranzig oder fischig zu riechen, sollte man es auf gar keinen Fall mehr verwenden. Es muss aber nicht gleich entsorgt werden, denn dafür wäre es zu schade. Es kann immer noch zur Pflege von Holzböden oder Holzmöbeln verwendet werden.

Quelle: Genuss-Suche.de

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