Chiasamenöl

Chiasamenöl

Die Pflanze

Bei der Chiapflanze, die uns das tolle Chiasamenöl liefert, unterscheiden wir, neben einigen weiteren Unterarten, zwischen der mexikanischen Chiapflanze mit dem botanischen Namen Salvia hispanica und der kalifornischen Chiapflanze mit dem botanischen Namen Salvia columbariae. Sie gehören beide zu der Gattung der Salbei und zu der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Inhaltsverzeichnis:

Die Chiapflanzen sind krautartige Pflanzen, die bis zu 2 Meter hoch wachsen können. Die Pflanzen waren schon bei den Maya und Azteken bekannt; sie sind also in etwa 3.000 Jahre alt. Das heutige Mexiko war ihre ursprüngliche Heimat.

Zu diesen Zeiten wurden die Chiapflanzen als hauptsächliches Nahrungsmittel und als Arzneimittel der indigenen Bevölkerung genutzt. Sie wurden sowohl als Handelsware als auch schon zur Ölgewinnung verwendet. In manchen Regionen haben sie sogar den Mais als Hauptnahrungsmitttel verdrängt. Auch Gewürze wie Chili und Pfeffer gab es bei den Mayas bereits, insbesonders den Rosa Pfeffer.

Inzwischen wachsen Chiapflanzen aber weltweit in den wärmeren Zonen und auch in Deutschland kann man seit 2021 Chiapflanzen anbauen. Das ist eine große Leistung in der Pflanzenforschung und Pflanzenentwicklung, da die Chiapflanzen sogenannte Kurztagpflanzen sind. Das bedeutet, das Kurztagpflanzen eine bestimmte Tageslänge nicht überschreiten dürfen, da sie sonst Blüten und Samen nicht entwickeln können. Beispiele für Kurztagpflanzen sind Sojabohnen, Reis und Tabak.

Die Chiapflanze bildet hellbraune Fruchtkapseln, sogenannte Klausenfrüchte, wobei die Klausen synonym zu Samen zu verstehen sind. Das kennen wir auch vom Salbei, bei dem das Salbeiöl aus den Klausen gewonnen wird. Sind die Fruchtkapseln reif, so teilen sie sich in sehr kleine, ca. 1,8 bis 2 Millimeter lange und bis zu 1,5 Millimeter breite Chiasamen.

Die Wachstumsphase der Chiapflanze endet ab Mitte bis Ende November. Es werden dann große, spezielle Mähdrescher eingesetzt, um die Felder abzuernten. Das Saatgut wird dann zur Ölmühle transportiert und weiterverarbeitet.

Chiasamenöl - Ölgewinnung

In der Ölmühle werden die Samen nun in der Regel kalt gepresst. Eine Kaltpressung gewährleistet ein natives Öl. Kaltpressung bedeutet, dass die Temperatur der Walzen, die durch den mechanischen Druck entsteht, nicht über 30 Grad Celsius liegen darf. Es gibt auch viele native Öle, die beim Pressverfahren nur maximale 20 Grad Celsius zulassen.

Die Kaltpressung garantiert den Erhalt von Inhaltsstoffen und Vitaminen und eine optimale Zusammensetzung der Fettsäuren. Das ist für die Qualität und Menge der im Öl enthaltenen Linolsäure besonders wichtig. Der Ölgehalt im Chiasamen beträgt rd. 40 %. Etwa 2,5 Kilogramm Samen werden daher benötigt, um einen einzigen Liter Chiasamenöl zu erzeugen.

Geruch - Farbe - Geschmack

Das Chiasamenöl hat keinen ausgeprägten oder speziellen Geruch, es ist eher neutral. Die Farbe ist hellgelb bis fast ganz klar. Das Öl hat keinen Eigengeschmack, hat aber die für Öle außergewöhnliche Eigenschaft, den Geschmack von anderen Lebensmitteln anzunehmen. Platziert man z.B. zwei bis drei Kerne und Nüsse in Chiasamenöl, dann schmeckt das Öl auf einmal ganz nussig.

Chiasamenöl - Nährstoffe

Das Chiasamenöl enthält eine sehr große Menge an Omega 3 Fettsäuren. Diese sind für den Menschen essentiell, er kann sie aber nicht selbst herstellen, sie können nur von außen mit der Nahrung zugeführt werden. Das Chiasamenöl bietet, die für reine pflanzliche Öle, ungewöhnlich hohe Menge von über 60% Omega 3 Fettsäuren und Alpha-Linolensäure sowie Linolsäure.

Dazu hat dieses Öl mit 8,6 Gramm auf 100 Gramm, nur wenige ungesunde gesättigte Fettsäuren. Gesunde mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind dagegen mit rd. 87 % auf 100 Gramm reichlich vertreten. Dazu finden wir die Vitamine A, B1, B3, E sowie Biotin, Kalzium, Kalium und Magnesium.

Chiasamenöl - Verwendung in der Küche

Da das Chiasamenöl fast keinen eigenen Geschmack hat, ist es natürlich ganz ideal in der Küche einsetzbar. Das Öl kann zum Anbraten von Fisch, Fleisch und Gemüse (z.B. Pfannengemüse) verwendet werden. Kalte Speisen kann man mit diesem Öl sinnvoll ergänzen und hat damit eine ganz ausgezeichnete Versorgung mit den notwendigen essentiellen Omega 3 Fettsäuren.

Das Chiasamenöl ist ausgezeichnet zum Backen und Braten geeignet. Auch zu vielen Suppen, Eintöpfen und zu Salaten (Tomaten Salat) passt es sehr gut. In Verbindung mit Gewürzen (die Gewürze kurz mit Chiasamenöl beträufeln) ergeben sich ganz neue Gewürzwirkungen und Geschmackserlebnisse einer ganz anderen Art.

Verwendung in der Kosmetik und Heilkunde

Da das Chiaöl optimale Fettsäuren Verhältnisse hat, ist es für die menschliche Haut nahezu ideal. Es pflegt und schützt die Haut und hilft mit, die Hautzellen optimal zu regenerieren. Damit bietet sie einen Schutz vor den freien Radikalen. Tägliche Kuren oder spezielle Massagen und Anwendungen bewirken eine reinere und straffere Haut und verhindern Hautunreinheiten.

Für die Haare ist Chiasamenöl ein tolles Pflegeprodukt. Bei trockenen Haaren bietet die Alpha Linolsäure die benötigte Feuchtigkeit auf Haaren und auf der Kopfhaut. Die Haare sind nach Kuren mit dem Chiasamenöl deutlich fester und dauerhaft stabiler. Nach dem Auswaschen der Haare bleibt ein toller Glanz zurück.

Der hohe Anteil von Omega 3 Fettsäuren stärkt Herz und Kreislauf. Bei häufiger Anwendung von Chiasamenöl soll es den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen und das Arterioskleroserisiko erheblich minimieren. Auch das Herzinfarktrisiko soll durchaus minimiert werden. All diese „neuzeitlichen“ Erkrankungen wurden schon vor tausenden von Jahren bei den Azteken und den Mayas wirkungsvoll mit Chiasamen und Chiasamenöl behandelt.

In heutiger Zeit wird dieses wunderbare Öl als ein Inhaltsstoff in vielen Seifen, Cremes und Lotionen von der Schönheitsindustrie verwendet. Ganz besonders Badeöle und Körperlotionen sind gute Freunde vom Chiaöl und von Aromatherapien. In Massage Praxen und bei Naturheilkundlern ist das Chiasamenöl heute fast unverzichtbar.

Fazit:

Das Chiasamenöl ist ein ganz ausgezeichnetes Speise- und Pflegeöl von sehr hoher Qualität. Es bietet sehr viele gesunde und gesundheitsfördernde Eigenschaften. Auch die CO 2 Bilanz ist hervorragend, da die tolle Ölpflanze auch in unseren Gärten wachsen kann.

Mit etwa 25 bis 50 € für eine Literflasche dieses Öles bewegen wir uns in einem hohen aber nicht zu hohem Preisniveau. Wir treffen auf diesem Niveau auf Ölkollegen wie etwa Distelöl, Leindotteröl, Reiskeimöl oder natives Olivenöl.

Lagerung

Wie alle hochwertigen Öle muss auch das Chiasamenöl unbedingt kühl und vor allem lichtgeschützt gelagert werden. Also kommen dafür nur die dunkle Speisekammer, der kühle Keller oder der Kühlschrank in Frage. So gelagert, ist das Öl etwa 20-24 Monate haltbar.

Was beim Kauf beachtet werden sollte:

Das Öl sollte unbedingt kaltgepresst sein und die Bio Vorschriften einhalten. Der Kauf sollte möglichst im Bioladen oder in gut sortierten Drogerien vorgenommen werden. Gerade im Internet fällt man oft auf unseriöse und unprofessionelle Angebote herein.

Quelle: Genuss-Suche.de

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