Distelöl

Distelöl

Distelöl - Die Pflanze

Die Färberdistel, der wir das Distelöl verdanken, hat eine alte Tradition. Sie ist eine sehr alte Kulturpflanze und wurde schon vor mehr als 5.000 Jahren in Ägypten zur Herstellung von Farbe kultiviert. Heute wird sie im gesamten Mittelmeerraum, in den USA, in Indien, in Australien und in Mexico angebaut. Auch in China, Japan, Ostindien, in Nordafrika und Südeuropa finden wir sie heute.

Inhaltsverzeichnis:

Sie gehört zur Pflanzenart der Korbblütler (Asteraceae) und hört auf den Botanischen Namen Carthamus tinctorius. Sie wird auch Öldistel, Saflor und vor allem falscher Safran genannt. Sie wurde, daher ihr Name, zunächst ausschließlich als Färbepflanze kultiviert. Als endlich die synthetischen Farben im 19. Jahrhundert erfunden wurden, verschwand die Färberdistel weitgehend erst einmal als reine Färbepflanze.

Die Färberdistel ist eine einjährige (inzwischen gibt es sie auch als eine zweijährige Kulturversion) zwischen 15 und 60 Zentimeter große, sehr krautige Pflanze, die eine sehr ausgeprägte Pfahlwurzel hat. Die Blüten wechseln von zunächst gelbrot bis hin zu deutlich rotorange und haben eine ganz intensive Farbe.

Will man den Farbstoff ernten oder erzeugen, müssen die Blütenblätter zunächst erst einmal gewaschen und getrocknet werden. Durch eine alkalische Lösung kann man nun den Farbstoff erhalten und isolieren.

Nur zum Zweck der Farberzeugung wurde die Färberdistel auch in Deutschland über mehrere Jahrhunderte angebaut. Infolge der intensiven Färbungsmöglichkeit wurde die Distel auch lange Zeit als „falscher Safran“ bezeichnet.

Distelöl - Die Pflanzenernte

Heutzutage wird die Distel nach einer etwa 4 bis 5-monatigen Phase des Wachstums geerntet. Das heißt, dass manchmal sogar zweimal im Jahr geerntet werden kann. Die geernteten Pflanzen müssen nun sorgsam und schonend bei ca. 50 Grad getrocknet werden, damit man die Samen isoliert erhält. Die Samenausbeute muss nun weitere 2-3 Monate sehr trocken gelagert werden, um dann den richtigen Trocknungsgrad
Erhalten zu haben, der die Ölgewinnung möglich macht.

Öl - Gewinnung

Die getrockneten Samen werden dann in einem Kaltpressverfahren zu dem köstlichen Distelöl verarbeitet. Die Kaltpressung ist auch gleichzeitig das Qualitätsmerkmal eines nativen Öles. Die Verfahren für eine Kaltpressung variieren stark. Für einige Ölmühlen sind 40 Grad Celsius die äußerste Marke bei Kaltpressung, für andere sind sogar 50 -60 Grad noch eine Kaltpressung.

Viele Mühlen verwenden eine Kaltpressung mit nicht höher als 27 Grad Celsius. Eine verbindliche Vorschrift ist nicht zu finden. Nur beim Olivenöl gibt es tatsächlich eine Richtlinie.

Geruch - Farbe - Geschmack

Das Distelöl duftet nach krautiger Pflanze und leicht pfeffrig und etwas wie Kerne und Nüsse. Die Farbe vom Distelöl zeigt sich intensiv und strahlend gelb bis hellgelb, oftmals auch leicht rot bis hin zu goldgelb. Der Geschmack bietet milde und nussige Nuancen und ist durchaus nachhaltig.

Distelöl - Inhaltsstoffe

Das Distelöl überrascht mit einem Reichtum an Vitamin C, Vitamin A und Vitamin E. Es ist dazu ein pflanzliches Speiseöl mit einem ganz besonders hohen Anteil der sehr wichtigen ungesättigten Fettsäuren.

Verwendung

Das Distelöl ist ein sehr gesundes und wertvolles Öl mit einem außergewöhnlich guten Geschmack. Aufgrund seines niedrigen Rauchpunktes sollte es aber nicht zum Frittieren oder als Bratöl verendet werden. Ansonsten kann es wie jedes herkömmliche Speiseöl in der Küche verwendet werden.

Es passt ganz hervorragend zu allen Speisen, zu denen wir immer Öl hinzufügen oder verwenden. Ganz besonders passt dieses Öl aufgrund seiner nussigen Note zu Desserts und Nachspeisen mit Schokolade sowie zu gegrilltem Fleisch, Fisch und zu Eintöpfen und Suppen. Auch als Marinade mit Salz und Pfeffer ist das Öl sehr gut geeignet. Zu Salaten (Salat mit Tomaten ganz besonders) ist das Distelöl ein gern gesehener Gast.

Neben der Verwendung in der Küche punktet Distelöl auch im Gesundheitsbereich. Als ein perfektes rückfettendes Öl wird es häufig in Lotionen und Hautcremes von der kosmetischen Industrie verwendet.

In der Medizin und in diversen Arzneimitteln findet Distelöl ebenso eine helfende und heilende Verwendung. Es wird gern zur Stärkung des gesamten Herz- Kreislaufsystems eingesetzt. In der TCM (traditionelle chinesische Medizin) wird das Distelöl seit jeher zur Vorbeugung von Arterienverkalkung und als schmerzstillendes Mittel verwendet. Auch bei Hautproblemen und bei Entzündungen kann es helfen. Im Ayurveda kennen wir auch Massagenanwendungen mit Distelöl oder Distelölanteilen.

Distelöl - Lagerung

Wie alle wertvollen Öle muss natürlich auch das Distelöl sachgemäß gelagert werden. Das Wichtigste Gebot sind kühle und dunkle Lagermöglichkeiten. Also im Keller oder Kühlschrank. Der Einfall von Licht ist möglichst zu vermeiden. Die ungeöffnete Flasche Distelöl ist bis zu 1,5 Jahren haltbar; das geöffnete Gebinde sollte allerdings innerhalb von 6- 10 Wochen verbraucht werden.

Quelle: Genuss-Suche.de

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