Olivenöl

Olivenöl

Die Pflanze

Die Oliven, die uns das Olivenöl (Oleum olivarum) liefern, stammen vom Oliven-baum, auch Echter Ölbaum genannt. Der Ölbaum gehört zur Gattung der Ölbäume (Olea) und zur Familie der Ölbaugewächse (Oleaceae).

Inhaltsverzeichnis:

Der Ursprung der Olivenbäume wird ganz allgemein dem östlichen Mittelmeerraum zugeordnet. Etwa um 3.000 vor Christus gab es die ersten Olivenbäume in Palästina, auf Kreta, auf Zypern und in Syrien. Auch Olivenöl wird es schon gegeben haben.

Auf solch ein biblisches Alter kommen im Bereich der Gewürze und Genusspflanzen nur noch der Tee mit 5.000 Jahren, der Pfeffer mit mehr als 1.000 Jahren und der Zimt mit 4.000 Jahren.

Der Olivenbaum ist ein ziemlich knorriger Geselle und wird etwa 10 Meter hoch. Der Baum kann mehrere hundert Jahre alt werden und laufend neue Oliven produzieren. Der Olivenbaum bildet kleine gelbe oder auch weißliche Blüten. Die ersten Früchte des Olivenbaumes bilden sich erst nach ca. 8 Jahren.

Die Olive ist eine Steinfrucht mit einer Fruchthaut. Der harte Kern der Olive beinhaltet in den meisten Fällen nur einen einzigen, allerdings sehr ölreichen, Samen, der dann das Olivenöl liefert. Der Olivenbaum ist ein immergrüner Baum.

Jeder erwachsene Baum liefert ca. 60 bis 75 Kilogramm Oliven. Diese Menge ergibt ca. 6 bis 10 Liter Olivenöl. Die Oliven haben eine grüne Farbe und wechseln diese mit dem jeweiligen Reifegrad von grün über violett bis hin zu schwarz.

Die Ernte erfolgt, wenn sich die Farbe von gelblich grün langsam in eine dunklere Farbe ändert. Die Ernte erfolgt heute überwiegend maschinell, aber auch von Hand wird noch geerntet.

Der Ölgehalt der Oliven ist um so größer, wie sich die Farbe in den dunklen Bereich verändert. Früher wurden die Olivenkerne allein durch die Vögel verbreitet, heute überwiegend in kulturellem Anbau.

Die Olivenkerne werden durch Vögel verbreitet, die die Früchte fressen und die Kerne dann ausscheiden. Olivenbäume in Kulturanbau werden allerdings in der Regel über Stecklinge vermehrt.

Olivenöl - Ölgewinnung

Ist die Ernte erfolgt, geht es an die Gewinnung der Öle. Werden die ausschließlich von Hand gepflückten Oliven zur Ölgewinnung genutzt, erhält man das sogenannte Jungfernöl (Oleum virgineum), ein Olivenöl von bester Qualität.

Die Ölmühlen reinigen und säubern die angelieferten Oliven von Blättern und Ästen und waschen sie dann. Dann kommen die schweren (meist aus Stahl) Ölmühlen zum Einsatz.

Sie zerdrücken die Oliven zu einem noch feuchten Brei, da Olivenöle, ganz anders als die meisten Speiseöle, nicht nur aus den Samen oder Kernen gewonnen werden, sondern aus dem gesamten Fruchtfleisch inklusive der Kerne und Samen.

Die Kaltpressung bedeutet in diesem Falle, dass die Wärme, die bei der Pressung entsteht, 30 Grad Celsius nicht überschreiten darf. Der Vorteil der Kaltpressung ist der, dass alle wertvollen Inhaltsstoffe voll erhalten bleiben. Somit behalten dieserart erzeugte Öle auch die Farbe, den Geruch, den Geschmack und auch die Vitamine der Ursprungsfrucht. Auch Kerne und Nüsse kennen diesen Vorgang.

Olivenöl - Geruch - Farbe - Geschmack

Der Geruch vom Olivenöl spiegelt das charakteristische Olivenaroma wider und ist stark würzig. Die Farbe des Öles variiert zwischen graugrün, gelb, hellgrün und ist aber überwiegend dunkelgelb. Der Geschmack ist aromatisch und wohlschmeckend.

Geruch, Farbe und Geschmack unterscheiden sich auch je nach Güteklasse. Es gibt drei Hauptgüteklasse; das beste Öl trägt die Bezeichnung Natives Olivenöl extra. Dann kommen das native Olivenöl und letztlich das Olivenöl.

Inhaltsstoffe

Wie die meisten Speiseöle hat auch das Olivenöl einen hohen Kaloriengehalt; auf 100 Milliliter sind es stolze 885 Kalorien (kcal). Das Öl enthält zudem einen hohen Anteil der einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und nur einen geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren.

Außerdem finden wir im Olivenöl die Vitamine A, E und B 12 sowie die Mineralstoffe Kalzium, Kalium, Chlor, Magnesium, Natrium und Phosphor, Jod, Mangan und Kupfer sowie das Spurenelement Eisen.

Olivenöl - Verwendung

Die Verwendung von Olivenöl ist vielfältig. Wir gebrauchen es in der warmen und kalten Küche, zur Haut- und Haarpflege sowie in der Kosmetik. Die reichhaltige Verwendung ergibt sich aus den gesunden Inhaltsstoffen. So unterstützen z. B. die ungesättigten Fettsäuren ganz nachhaltig das gesamte Herz- Kreislaufsystem.

In der warmen Küche ist Olivenöl zum Schmoren, Braten und auch zum Frittieren sehr gut geeignet, da es mit einem Rauchpunkt von 190 Grad ausgestattet ist. Daher ist in der mediterranen Küche das Olivenöl zu diversen Pfannengerichten inzwischen meist unverzichtbar geworden. Das gilt ganz besonders für das Nationalgericht Paella mit Reis und Fisch.

In der kalten Küche ist es für Dressings, Salate (Salat mit Tomaten) und Marinaden ganz ausgezeichnet verwendbar. Viele Köche schwören aufgrund der besonderen Olivenölnote auf die selbstgemachte Mayonnaise mit Olivenöl.

In der Haut- und Haarpflege ist Olivenöl ebenfalls eine sehr gute Wahl. Den normalen Alterungsprozessen der Haut werden durch die Fette im Olivenöl wirksam entgegenwirkt. In der Haarpflege bewirkt das Olivenöl ein wunderbares Glänzer der Haare.

Im kosmetischen Bereich hat sich das Olivenöl ebenfalls einen angestammten Platz gesichert. Fingernägel und Lippen werden gern mit dem Olivenöl verwöhnt und beim Abschminken ist es sehr hilfreich.

Olivenöl - Lagerung

Wer Olivenöl lagern möchte, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen zum guten Erhalt der Qualität und dem Erhalt des Geschmackes beachten. Wie die meisten hochwertigen Speiseöle (Rapsöl, Arganöl, Rosmarinöl) muss das Öl zunächst einmal gut kühl und Trocken gelagert werden. Dazu sind ein trockener kühler Keller und natürlich auch der Kühlschrank bestens geeignet.

Die nächste Voraussetzung ist die Vermeidung von hellem Licht. Da haben kostbarer Wein und Olivenöl etwas gemeinsam. Am besten sind sie in dunklen Flaschen oder, beim Öl, auch in Kanistern aufgehoben.

Letztlich ist es unbedingt zu beachten, dass der Sauerstoff nicht der beste Kumpel für das Olivenöl ist. Er kann dem kostbaren Öl sein Aroma klauen. Deshalb sollten die Flaschen oder sonstige Gebinde nicht zu lange geöffnet bleiben und nach Gebrauch sorgsam verschlossen werden.

Einen 100 Jahre alten Olivenbau kaufen

Olivenöl - Baum

Es gibt in der Tat die Möglichkeit, einen (oder mehrere) 100 Jahre alten Olivenbaum zu kaufen. Solche Bäume sind zwar teuer aber eben auch eine absolute Seltenheit. Diese Bäume liefern auch noch Oliven, die ebenfalls sehr delikat und eben sehr selten sind. Solche Bäume sind natürlich teuer. Zwischen 300 und 1.200 Euro muss man schon dafür ausgeben.

Tatsächlich sind auch 1.000 Jahre alte Olivenbäume zu kaufen. Auch diese können noch Oliven liefern. Die Preise für solche Bäume erreichen aber 30.000 € bis 50.000.

Ein kleiner Tipp zum Schluss:

Ein Esslöffel gutes Olivenöl pro Tag soll sehr gesund sein. Neben einem deutlichen Abnehmeffekt wirkt es auch entschlackend. Darüber hinaus beruhigt es den Magen und kurbelt generell den Stoffwechsel an. Man fühlt sich einfach wohler und macht etwas Gutes für die Gesundheit.

Quelle: Genuss-Suche.de

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