Salbeiöl

Salbeiöl

Die Pflanzen

Die beiden Pflanzen, die jeweils Salbeiöl liefern können, sind der Echte Salbei, der auch Gartensalbei oder Küchensalbei genannt wird und der Muskateller Salbei. Sie gehören beide zur Gattung der Salbei (Salvia) und zur Ordnung der Lippenblütler (Lamiaceae).

Inhaltsverzeichnis:

Der Echte Salbei hat die botanische Bezeichnung Salvia officinales, der Muskateller Salbei heißt botanisch Salvia sclarea. Die beiden Pflanzen sind also verwandt, aber sie liefern zwei unterschiedliche ätherische Salbeiöle von ganz besonderer Güte.

Weltweit gibt es etwa knapp 1.000 Arten von Salbeipflanzen. Salbei gehört also zu einer der artenreichsten Gattungen überhaupt. Die weiteren Arten und Unterarten, die optisch alle sehr schön sind, spielen aber für die Herstellung von Salbeiöl keine große Rolle.

Die lateinische Bezeichnung Salvia (gesund = Salvus) und heilen = Salvare) deutet darauf hin, dass diese Pflanzen eine wahrscheinlich bereits Jahrtausende währende Erfolgsgeschichte mit einer besonderen heilenden Wirkung hat.

Der Echte Salbei stammt aus dem Mittelmeerraum und ist heute bis auf die Antarktis und Australien weltweit zuhause. Er wird als Kulturpflanze kommerziell angebaut und stellt keine großen Anforderungen an den Boden. Er wächst gern dort, wo sonst auch andere Gewürze gut gedeihen. In Südamerika finden Salbeikulturen außerdem in der Nähe von Plantagen für Reis, Tee oder Pfeffer.

Er ist eine immergrüne Gewürz- und Heilpflanze, die bis zu 90 Zentimeter groß wird. Der Echte Salbei hat violette oder rosafarbene Blüten. Die Blätter sind mittelgrün und erscheinen leicht filzig.

Die Klausen, die bei den Lippenblütlern das Synonym für Samen sind, bestehen aus den so begehrten und gesunden Chiasamen. Diese finden wir überwiegend in den Salbei Arten Salvia hispanica und Salvia columbariae. Salbei wird in Deutschland in den wärmeren Regionen inzwischen gern angebaut. Die Ernte der Blüten und Blätter beginnt im Juni/Juli.

Der Muskateller Salbei wird in Nordafrika, dem Orient, Russland und den wärmeren Gegenden von Europa angebaut. Er fühlt sich in sonnigen und sandigen Lagen sehr wohl und darf auf keinen Fall strengere Fröste haben. Er wird auch Römischer Salbei oder Muskatsalbei genannt.

Der Muskateller Salbei ist eine zweijährige und sommergrüne Pflanze, die bis zu 1,50 Meter hoch werden kann. Wie auch bei echtem Salbei sind die Blätter leicht filzig und herzförmig ausgebildet. Ihre Blüten sind violett-weiß, hellblau und auch mal rosa. Ihre Blüte- und Erntezeit erfolgt im Juli/August.

Woher der Name Muskateller stammt, ist immer noch nicht ganz eindeutig geklärt. Wahrscheinlich stammt er von der alten Wein-Rebsorte Muskateller. Dort erinnern die Weintrauben mit kleinen Beeren vom Aussehen an die Muskatnuss. Auf jeden Fall ist der Muskateller Salbei mit diesem Namen voll etabliert.

Geruch - Farbe - Geschmack

Das Öl des Echten Salbei verbreitet einen intensiven und sehr angenehmen Zitrus Geruch nach Grapefruit und Orangen. Viele Verbraucher berichten auch von einem zarten Duft nach Wäldern wie auch beim Zedernussöl. Die Farbe von Salbeiöl wird mit hellgelb bis mittelgelb beschrieben, manchmal ist es aber auch fast farblos Der Geschmack von Salbeiölen ist intensiv würzig und fruchtig mit einer angenehmen bitteren Note.

Das Öl vom Muskatellersalbei ist wohlriechend und intensiv aromatisch mit ganz leichten süßen Noten nach Kräutern. Manche wollen sich bei dem Aroma auch an frisches Heu und an Obsternten erinnern. Die Farbe wird mit fast gelblich bis leicht braun beschrieben, manchmal ist es aber auch, wie beim Echten Salbei, fast farblos.

Der Geschmack wird ähnlich dem Öl vom echten Salbei beschrieben Es schmeckt ebenso würzig und intensiv fruchtig, allerdings nicht mit einer bitteren, sondern eher mit einer leicht süßlichen Note.

Salbeiöl - Ölgewinnung

Zur Ölgewinnung vom Echten Salbei und Muskatellersalbei wird das Destillationsverfahren angewendet, und zwar die Wasserdampfdestillation. Dabei werden alle oberirdischen Pflanzenteile verwendet. Durch den heißen Wasserdampf werden die ätherischen Grundstoffe aus den Pflanzen schonend extrahiert.

Während des Abkühlungsprozesses gelangt das ätherische Öl an die Oberfläche des Kondenswassers und kann dann mühelos vom Wasser abgeschöpft oder getrennt werden. Je nach der Pflanzenart kann so mit ca. 40 bis 80 Kilo Pflanzenanteilen etwa einen Liter ätherisches Öl gewonnen werden. Daher sind ätherische Öle auch sehr teuer. Teuer ist in diesem Falle natürlich relativ, da ätherische Öle im Normalfall nur mit wenigen Tropfen verwendet werden.

So gesehen ist ätherisches Öl gegenüber dem „normalen“ Speiseöl sogar sehr viel billiger als z.B. ein natives Macadamianussöl, das zudem immer mit mehreren Milliliter zur Anwendung kommt und nicht nur tropfenweise.

Salbeiöl - Inhaltsstoffe

Wie bei allen ätherischen Ölen sind die Zusammensetzungen der verschiedenen Stoffe auch beim Salbeiöl sehr vielfältig. Es können einige hundert Stoffe sein. Zu den wichtigsten Stoffen gehören Phenole, Ketone und Oxide.

Im Salbeiöl finden wir unter anderem Oxide, Monoterpene und Monoterpenole. Die Oxide, wie z.B. Cineol, sind verantwortlich für den sehr charakteristischen Geruch von Champher.

Cineol wirkt bekanntermaßen auf unsere Atmungsorgane ein und ist in der Lage auf schleimlösende und bakterizide Vorgänge in den Nebenhöhlen sowie im gesamten Lungen- und Bronchienbereich zu stimulieren. Sie regen unser Immun- und Abwehrsystem an. Da das Cineol auch bis 16 % Eucalyptol enthält, wirkt es natürlich auch bei Erkältungen.

Die chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, auch als COPD bekannt, und Asthma werden erfolgreich bekämpft. Monoterpene sind bekannt dafür, Entzündungen in den Muskeln und Nerven zu hemmen und zudem schmerzstillend zu wirken.

Monoterpenole sind verantwortlich für den charakteristischen Geschmack und für den Geruch aller ätherischen Öle. Sie wirken günstig auf das Herz-Kreislaufsystem und auf den Hormonhaushalt. Zudem haben sie antivirale und antibakterielle Funktionen.

Weitere Inhaltsstoffe sind Borneol, Linalool, Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Bitterstoffe und Flavonoide.

Salbeiöl - Verwendung in der Küche

Das Salbeiöl aus dem Echten Salbei und natürlich auch das Muskatellersalbeiöl sind ganz hervorragend in der Küche zu verwenden. Es eignet sich ganz ausgezeichnet, um Suppen, Soßen, Eintöpfe und Speisen mit Fisch und Fleisch sowie Gemüse sehr individuell mit einem neuen Geschmackserlebnis auszustatten.

Auch Süßspeisen, Desserts und Marinaden freuen sich darauf, den Geschmackssinn mal ganz anders zu verwöhnen. Der Geschmack nach frischen Früchten und Kräutern kann mit nur einigen Tropfen vom Salbeiöl viele Gerichte unglaublich aufwerten.

Auch zu Gebäck und Kuchen sind wenige Tropfen des Öls ein Highlight. Gourmet Köche und inzwischen auch viele Hobby Köche schwören auf Marinaden mit den ätherischen Ölen. Einmal den Salat aus Tomaten mit zwei drei Tropfen Salbeiöl zu veredeln, bringt ganz neue Nuancen in den Geschmackssinn.

Verwendung in der Kosmetik und Heilkunde

Die Anwendungen von Salbeiöl in der Kosmetik sind vielfältig. So ist hinlänglich bekannt, dass Salbeiöl wegen seiner aufhellenden Wirkung gern in Zahncremes verwendet wird. Die anerkannte Wirkung in vielen Anti Aging Produkten wirkt der Hautalterung nachhaltig entgegen.

Aus der Naturmedizin werden dem Salbeiöl diverse Wirkungen zugeschrieben. Dazu gehören unter anderem:

Appetitanregend
Schweißhemmend
Desinfizierend
Fiebersenkend
Schleimlösend
Hustenlindernd

Auch zur Wundheilung, bei Magenbeschwerden, als Massageöl und zur Entspannung in heißen Bädern ist das Salbeiöl allererste Wahl. Auch zum Gurgeln mit zwei Tropfen Öl in einem Wasserglas werden Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen und sogar wirksam Mundgerüche bekämpft. Bei übermäßigem Hand- oder auch Fußschweiß schaffen Hand- und Fußbäder mit Salbeiöl schnelle Linderung.

Fazit:

Das Salbeiöl reiht sich damit in die Qualitätsstufe der Allrounder Öle mit den Anwendungsmöglichkeiten als Speiseöl und als Öl für medizinische und kosmetische Zwecke ein. Da Salbei auch in unseren Breitegraden angebaut werden kann, ist es auch für die die Klima- und Umweltbilanz als sehr günstig anzusehen.

Da die Anwendung von ätherischen Ölen nicht nur in den Küchen der Gourmets der Welt, sondern auch in unseren täglichen Gebrauch zunehmend verwendet wird, zieht dieses Öl als ein absolutes Spitzenöl für alle kulinarischen Anforderungen in die Klasse von Distelöl, Pfefferöl, Petersiliensamenöl und Zitronenöl ein.

Quelle: Genuss-Suche.de

Hier findet ihr unsere weiteren Speiseöle aus dem Ratgeber:

Acajuöl
Acajuöl ist auch Cashewnussöl, weil es vom Kaschubaum stammt
Ackersenföl
Ackersenföl aus dem wilden Senf ist gar so nicht wild
Affenbrotbaumöl Pflanze
Affenbrotbaumöl - Das Öl von dem Milliarden alten Baum
Algenöl
Algenöl - Es gibt 400.000 Algenarten - eine ist besonders
Amarantsamenöl
Amarantsamenöl - Die Inkas liebten Amarant als Getreide
Anisöl
Anisöl - 2 Pflanzen ein Öl – Anis und Sternanis als Duo
Aprikosenkernöl
Aprikosenkernöl ist in der Küche eher (noch) unbekannt
Artischockenöl-Pflanze
Artischockenöl - Aus den Artischockensamen in den Salat
Avellanaöl
Avellanaöl - Ein Öl aus der chilenischen Haselnuss
Babassuöl
Babassuöl – Dem Kokosöl sehr ähnlich aber doch anders
Balanitesöl
Balanitesöl - Das Öl aus dem Kern der Wüstendattel
Baumwollsamenöl
Baumwollsamenöl - Das Öl aus einer ganz alten Pflanze
Bucheckernoel
Bucheckernöl – Die Delikatesse aus der Wildsammlung
Chiasamenöl
Chiasamenöl - Das Superöl aus dem Superfood Chiasamen
Distelöl
Distelöl - Die Distel als Öllieferant und zur Färbung
Hanfsamenöl
Hanfsamenöl - Drogen in der Küche? Ganz und gar nicht
Johannisbeersamenöl
Johannisbeersamenöl – Das Geschmacksöl schlechthin
Kaktusfeigenkernöl
Kaktusfeigenkernöl – Das geheime Gold aus Mexiko
Kirschkernöl
Kirschkernöl – Die beliebte Kirsche einmal ganz anders
Leindotteröl
Leindotteröl – Die Pflanze aus der Steinzeit ist zurück
Macadamianussöl
Macadamianussöl-Das Öl aus der härtesten Nuss der Welt!
Mandeln
Mandelöl – Mandeln gibt es bitter, süß und salzig
Mariendistelöl
Mariendistelöl – Der größte Feind vom Knollenblätterpilz
Mohnsamenöl
Mohnsamenöl-Achtung: Nur die reifen Samen sind ungiftig
Nachtkerzenöl
Nachtkerzenöl - Von dieser Pflanze ist alles genießbar
Olivenöl
Olivenöl - Das Standard Öl in der mediterranen Küche
Passionsfruchtsamenöl
Passionsfruchtsamenöl - Passionsfrucht oder Maracuja?
Pequiöl
Pequiöl aus der Pekeanuss, der Souarinuss oder Butternuss
Perillaöl
Perillaöl – Mal wieder ein Newcomer unter den Ölen
Petersiliensamenöl
Petersiliensamenöl – in der Küche neu aber gigantisch
Pfefferminzöl
Pfefferminzöl - Von der Minze zum ätherischen Pfefferminzöl
Pfefferöl
Pfefferöl - Geschmacksvielfalt ohne Scharfmacher
Rapsöl
Rapsöl – Es ist das beliebteste Öl in ganz Deutschland
Reiskeimöl
Reiskeimöl – Hoher Siedepunkt und nussiges Aroma
Salbeiöl
Salbeiöl - Was haben Salbei und Chia Samen gemeinsam?
Sanddornöl
Sanddornöl - Zwillingsöl - Eine Pflanze - Zwei Sorten Öl
Tomatenkernöl
Tomatenkernöl – Die Kerne sind mit das Beste aus Tomaten
Zedernussöl
Zedernussöl – Aus dem Altai Gebirge in unsere Küchen
Zimtöl
Zimtöl - Zimt und Zimtöl gibt es schon seit 3.000 Jahren
Zitronenöl
Zitronenöl - Zitrone, Limette, Limone - wer liefert das Öl?

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Facebook
    Twitter
    Pinterest
    WhatsApp

    Die Top-Rezepte unserer Genusssucher :

  • Nach oben scrollen
    Scroll to Top