Leindotteröl

Leindotteröl

Die Leindotterpflanze ist eine der ältesten Kulturpflanzen in Europa. Aus zahlreichen archäologischen Funden wird die Leindotterpflanze der Jungsteinzeit zugeordnet; damit wäre sie also etwa. 4.000 bis 5.000 Jahre alt. Der Samen wurde zur täglichen Ernährung genutzt, um Brot und Haferbrei herzustellen. Das Leindotteröl war aber noch nicht geboren. 

Inhaltsverzeichnis:

Im Mittelalter verliert sich die Spur von Leindotter. In jüngster Zeit erlebt sie eine Art Renaissance; allerdings ist sie nicht mit dem Lein zu verwechseln, der zur Herstellung von Leinöl gehört.

Die beiden Pflanzen sind sehr verschieden, obwohl aus beiden wertvolle Speiseöle gewonnen werden. Allerdings wurden sie beide oft nebeneinander gepflanzt und daher stammt dann auch der Name Leindotter.

Während sich die Leinpflanze blau schmückt, blüht die Leindotterpflanze gelb wie ein Eidotter und fiel daher natürlich neben der Farbe blau auch besonders auf.

Die Leindotterpflanze

Die Leindotterpflanze, die uns das Leindotteröl liefert, finden wir heute in Europa, Nordafrika und auch im mittleren asiatischen Raum. Ein Hauptanbaugebiet ist Russland. Die Pflanze ist einjährig und bildet einen 40 bis 120 Zentimeter hohen Stängel. Die Blüten selbst sind gelb oder manchmal auch weiß und erinnern vom Wuchs her an Trauben.

Die Früchte

Die Früchte des Leindotters wachsen als hellbraune birnenförmige Schoten und diese werden ca. 8 bis 10 Millimeter lang. Es gibt sie als Sommer- und Winterpflanze; damit hat sie etwas mit der Rapspflanze gemein.

Die Pflanze ist sogar unempfindlich gegen Schädlinge und verträgt gut Hitze und Trockenheit. Bis zu ihrer Reife benötigt sie etwa 100 Tage und ist damit mehr als nur einmal im Jahr ertragsfähig.

Die Ernte erfolgt bei einer Aussaat im April bereits im Frühsommer. Dann haben die Pflanzen arttypische Kapseln mit Samen gebildet auch ihre typische gelbbraune Farbe erreicht. Die Pflanzen werden abgeschnitten oder mitsamt der Wurzeln geerntet.

Leindotteröl - Gewinnung

Nach der Ernte werden sie getrocknet und danach gedroschen. Die Samen werden getrocknet und dann gelagert. Es erfolgt dann im Wege einer Kaltpressung oder mittels der Extraktion die Herstellung des Leindotteröles. Dieses Öl hat dann einen Fettanteil von etwa 35 bis 40 % der Samenmasse.

Bei einer Kaltpressung liegt das Ergebnis der Pressung bei rd. 28 bis 30 Kilogramm pro 100 Kilogramm Samen und bei der Extraktion bei etwa 30 bis 35 Kilogramm pro 100 Kilogramm.

Die Lagerung der Samen erfolgt aus gutem Grund erst später als direkt nach der Ernte. Da das gewonnene Öl einen hohen Anteil an ungesättigten Fetten aufweist, wird der Samen zwischengelagert und erst kurz vor dem Verkauf zu Öl verarbeitet.

Farbe - Geruch - Geschmack

Die Farbe des Leindotteröles ist goldgelb oder gelb, manchmal auch schwach orange gefärbt.

Der Geruch des Öles erinnert an eine frisch geschnittene Wiese mit einem Hauch von Zitrusfrüchten.

Der Geschmack lässt sich wie folgt beschreiben: Scharf, fruchtig und an einen milden Senf erinnernd, aber auch sanft nussig.

Verwendung Leindotteröl

In der Küche passt das Leindotteröl hervorragend zu diversen Salaten, zu Nudel- und Reisgerichten und im Frühjahr zu vielen Spargelvariationen.

Es veredelt auch Gemüse und das morgendliche Müsli. Auch zu Bratkartoffeln und Stampfkartoffeln ist das Öl eine tolle Alternative. Generell gilt: Das Leindotteröl sollte nicht zu hoch erhitzt werden und daher eher in der kalten Küche Anwendung finden.

Bei einem Verhältnis von 2:1 von Omega 3 zu Omega 6 Fettsäuren kann dieses Öl helfen, einen Ausgleich im Hinblick auf das üblicherweise sehr viel ungünstigere Fettverhältnis in unserer täglichen Ernährung zu schaffen.

Wir nehmen in der Regel viel zu viel Omega 6 Fettsäuren mit der Ernährung auf.

In der Kosmetik wird das Öl aufgrund seiner pflegenden Eigenschaften für diverse Hautpflegeerfordernisse genutzt. Wir finden es als Bodylotion, zur Lippenpflege und natürlich auch als Massageöl. Für trockene und empfindliche Haut ist es sehr gut geeignet.

In der Hausmedizin war es schon immer begehrt, da es antiseptisch und vor allem schmerzlindernd wirkt. Auch bei Verstauchungen und Blutergüssen ist es eine gute Wahl.

Haltbarkeit

Das Leindotteröl ist unangebrochen, wie viele andere Öle auch, etwa 1 Jahr haltbar, wenn es dunkel und kühl aufbewahrt wird. Eine angebrochene Flasche sollte innerhalb von 2-3 Wochen verbraucht werden.

Leindotteröl - Nährstoffe

Quelle: Genuss-Suche.de

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